Instant Payments 2026: Was sich bei Auszahlungen ändert
Seit Oktober 2025 müssen Banken Echtzeit-Überweisungen mit IBAN-Namensabgleich anbieten. Was das für Marktplatz-Auszahlungen praktisch bedeutet.

Die Kurzfassung: Die EU-Verordnung über Instant Payments verpflichtet Zahlungsdienstleister im Euroraum, SEPA-Echtzeitüberweisungen anzubieten und seit Oktober 2025 beim Senden zusätzlich einen IBAN-Namensabgleich – die sogenannte Verification of Payee – durchzuführen. Für Händler, die Auszahlungen von mehreren Marktplätzen erhalten, ist das praktisch relevant, weil ein falsch oder uneinheitlich hinterlegter Kontoname zwischen Marktplatz-Stammdaten und Bankkonto künftig häufiger zu Warnhinweisen oder abgelehnten Überweisungen führen kann als früher, wo eine Abweichung oft unbemerkt blieb. Dieser Artikel erklärt, was sich durch Instant Payments und die Namensabgleichpflicht konkret ändert, und worauf Sie bei Ihren Marktplatz-Stammdaten achten sollten, damit Auszahlungen nicht ins Stocken geraten.
Was die Instant Payments Verordnung konkret regelt
Die Verordnung (EU) 2024/886 verpflichtet Zahlungsdienstleister im Euroraum, eingehende SEPA-Echtzeitüberweisungen innerhalb von zehn Sekunden gutzuschreiben, unabhängig von Tageszeit oder Wochentag. Seit Oktober 2025 müssen Zahlungsdienstleister zusätzlich beim Versand einer Überweisung prüfen, ob der angegebene Kontoname tatsächlich zur angegebenen IBAN passt, und den Auftraggeber bei einer Abweichung warnen, bevor die Zahlung ausgeführt wird. Diese Prüfung gilt grundsätzlich für reguläre wie für Echtzeitüberweisungen und soll vor allem Betrugsfälle durch gefälschte Zahlungsempfänger erschweren.
Für Marktplätze bedeutet das in der Praxis: Wenn der im Partnerkonto hinterlegte Kontoinhabername nicht exakt mit dem bei der Bank registrierten Namen übereinstimmt – etwa weil ein Händler unter einem Fantasienamen statt dem offiziellen Firmennamen registriert ist – kann die Auszahlung als abweichend markiert werden. Je nach Umsetzung beim jeweiligen Zahlungsdienstleister führt das zu einer Warnmeldung oder im strengeren Fall zu einer verzögerten beziehungsweise abgelehnten Zahlung.
Wo bei Marktplatz-Stammdaten typischerweise Abweichungen entstehen
Händler, die ihr Geschäft unter einem Markennamen führen, der vom offiziellen, im Handelsregister eingetragenen Firmennamen abweicht, hinterlegen diesen Markennamen häufig auch im Marktplatz-Konto, etwa als Shopname oder Rechnungsname. Solange die Auszahlung technisch nur über die IBAN lief, spielte diese Abweichung für den Zahlungsvorgang selbst keine Rolle. Mit dem verpflichtenden Namensabgleich wird der hinterlegte Name jedoch erstmals Teil der eigentlichen Zahlungsprüfung.
Ähnliche Abweichungen entstehen bei Einzelunternehmern, die ihren Vor- und Nachnamen leicht anders schreiben als im Bankkonto registriert, etwa durch fehlende oder zusätzliche Titel, abweichende Schreibweisen bei Umlauten, oder eine andere Reihenfolge von Vor- und Nachname. Bei mehreren Marktplatz-Konten mit historisch unterschiedlich gepflegten Stammdaten potenziert sich dieses Risiko, weil jede Abweichung einzeln geprüft werden muss.
Warum das für Multichannel-Händler mit mehreren Auszahlungskonten zählt
Händler, die über mehrere Marktplätze verkaufen, haben häufig über Jahre hinweg unterschiedliche Kontodaten in verschiedenen Partnerportalen hinterlegt, ohne dass das bisher praktische Konsequenzen hatte. Mit der verpflichtenden Namensprüfung wird diese historisch gewachsene Uneinheitlichkeit erstmals zu einem konkreten Risiko für Zahlungsverzögerungen, gerade wenn mehrere Konten auf dieselbe Bankverbindung einzahlen.
MarketplAIce konsolidiert Auszahlungsdaten aus mehreren Marktplatz-Konten in einer zentralen Cashflow-Übersicht und macht dabei auch uneinheitlich gepflegte Stammdaten zwischen Konten sichtbar, bevor sie zu einer verzögerten Auszahlung führen.
In 5 Schritten zur reibungslosen Auszahlung
- Offiziellen Kontonamen prüfen: Stellen Sie fest, welcher Name exakt bei Ihrer Bank zur hinterlegten IBAN registriert ist.
- Marktplatz-Stammdaten abgleichen: Vergleichen Sie diesen Namen mit dem in jedem einzelnen Marktplatz-Partnerkonto hinterlegten Auszahlungsnamen.
- Abweichungen korrigieren: Passen Sie abweichende Schreibweisen oder Markennamen in den Marktplatz-Stammdaten an den offiziellen Kontonamen an.
- Neue Konten direkt korrekt anlegen: Achten Sie bei der Einrichtung neuer Marktplatz-Konten von Anfang an auf eine exakte Übereinstimmung mit den Bankdaten.
- Auszahlungen regelmäßig überwachen: Prüfen Sie nach Stammdatenänderungen, ob nachfolgende Auszahlungen ohne Verzögerung oder Warnhinweis ausgeführt werden.
FAQ
Was ist die Verification of Payee und seit wann gilt sie?
Die Verification of Payee ist der verpflichtende IBAN-Namensabgleich bei Überweisungen im Euroraum, der seit Oktober 2025 für sendende Zahlungsdienstleister gilt.
Betrifft die Namensprüfung nur Echtzeitüberweisungen?
Nein, die Prüfung gilt grundsätzlich für reguläre SEPA-Überweisungen wie für Echtzeitüberweisungen gleichermaßen.
Was passiert, wenn mein Marktplatz-Kontoname nicht zur IBAN passt?
Je nach Umsetzung beim Zahlungsdienstleister kann das zu einer Warnmeldung, einer Verzögerung oder im strengeren Fall zu einer abgelehnten Auszahlung führen.
Warum sind Markennamen im Marktplatz-Konto ein Risiko?
Wenn der hinterlegte Shop- oder Rechnungsname vom offiziellen, bei der Bank registrierten Firmennamen abweicht, kann der neue Namensabgleich diese Abweichung erstmals als Warnsignal erfassen.
Muss ich meine Stammdaten auf allen Marktplätzen gleichzeitig prüfen?
Sinnvoll ist eine Prüfung über alle Konten hinweg, insbesondere wenn mehrere Marktplätze auf dieselbe Bankverbindung einzahlen und historisch unterschiedliche Namensschreibweisen hinterlegt wurden.
Gilt die Regelung nur für Konten im Euroraum?
Die Verordnung betrifft SEPA-Zahlungen im Euroraum. Bei Auszahlungen in anderen Währungen oder über Zahlungsdienstleister außerhalb des SEPA-Raums gelten gegebenenfalls andere Regeln.
Wie unterstützt MarketplAIce beim Umgang mit mehreren Auszahlungskonten?
MarketplAIce konsolidiert Auszahlungsdaten aus mehreren Marktplatz-Konten in einer zentralen Cashflow-Übersicht und macht uneinheitliche Stammdaten zwischen Konten sichtbar.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Gründer von MarketplAIce und beschäftigt sich seit über acht Jahren mit Amazon-Advertising und Marktplatz-Ökonomie. Mehr über seinen Hintergrund und MarketplAIce lesen Sie unter /expertise.
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