Amazon Brand Follower: Kundenbindung 2026
Amazon Brand Follower aufbauen und aktivieren: Brand Follow über Store, Posts und Live nutzen und mit Brand Tailored Promotions Wiederkäufe erzeugen.

Die Kurzfassung: Brand Follow erlaubt Käufern, Ihrer Marke über einen "Folgen"-Button zu folgen. Der Button ist im Brand Store, in Amazon Posts und in Amazon Live eingebunden, Voraussetzung ist die Amazon Brand Registry. Follower erhalten anschließend Benachrichtigungen und Updates Ihrer Marke — Sie bauen damit eine wiederansprechbare Zielgruppe auf, ohne jemals Kundendaten zu erhalten. Aktiviert wird diese Gruppe über Brand Tailored Promotions in Seller Central unter Werbung, wo sich Zielgruppen wie Wiederkäufer, Warenkorbabbrecher und Marken-Follower gezielt mit Rabatten ansprechen lassen. Amazon nennt über 20 Millionen bestehende Follow-Beziehungen zwischen Käufern und Marken im Store. Follower ersetzen keinen E-Mail-Verteiler, sie sind aber der einzige markeneigene Wiederansprache-Kanal innerhalb von Amazon.
Das Grundproblem: Sie verkaufen an Kunden, die Ihnen nicht gehören
Auf Amazon gehört die Kundenbeziehung Amazon. Sie erhalten weder E-Mail-Adresse noch Kaufhistorie im klassischen Sinn, Sie dürfen Käufer nicht frei anschreiben und Sie können keine eigene Retargeting-Liste außerhalb der Plattform aufbauen.
Das hat Konsequenzen für die Wirtschaftlichkeit. Jeder Kauf muss über Werbung oder organisches Ranking neu erkämpft werden, auch beim identischen Kunden, der Ihr Produkt vor drei Monaten schon einmal gekauft hat. Wiederkäufer sind auf Amazon deshalb strukturell teurer als in einem eigenen Shop.
Brand Follow ist Amazons Antwort darauf — allerdings zu Amazons Bedingungen. Sie bekommen keine Daten, aber Sie bekommen eine Gruppe. Käufer, die Ihrer Marke folgen, erhalten Benachrichtigungen und Updates, und Sie können diese Gruppe später gezielt als Zielgruppe ansteuern.
Das ist weniger, als ein eigener Newsletter leisten würde, und deutlich mehr als nichts. Vor allem ist es der einzige Weg innerhalb von Amazon, eine Zielgruppe aufzubauen, die Ihnen zugeordnet ist statt einer Kategorie oder einem Suchbegriff.
Amazon nennt über 20 Millionen bestehende Follow-Beziehungen zwischen Käufern und Marken im Store. Das zeigt vor allem eines: Käufer nutzen die Funktion tatsächlich, wenn sie ihnen begegnet. Die meisten Marken machen sie nur nie sichtbar.
Voraussetzung Brand Registry und wo der Folgen-Button erscheint
Ohne Amazon Brand Registry gibt es kein Brand Follow. Die Registrierung setzt eine eingetragene Marke voraus und schaltet gleichzeitig Brand Store, Posts, A+ Content und die markenspezifischen Werbeformate frei. Wer hier noch nicht steht, hat kein Follower-Problem, sondern ein Fundament-Problem.
Der Folgen-Button erscheint an drei Stellen. Erstens im Brand Store, wo er direkt im Kopfbereich Ihres Markenauftritts sitzt. Zweitens in Amazon Posts, dem bildbasierten Feed-Format, in dem jeder einzelne Post den Button mitführt. Drittens in Amazon Live, wo Zuschauer während eines Streams folgen können.
Diese drei Stellen unterscheiden sich stark in der Nutzungssituation. Im Store ist der Käufer bereits gezielt bei Ihrer Marke, hier folgt er aus Interesse an der Marke selbst. In Posts stolpert er eher zufällig über Sie, während er in verwandten Feeds unterwegs ist. In Live ist die emotionale Beteiligung am höchsten, dafür ist die Reichweite kleiner.
Praktisch heißt das: Der Store liefert die qualitativ stärksten Follower, Posts liefern die meisten. Wer nur den Store betreibt und Posts ignoriert, wächst langsam. Wer nur Posts bespielt, sammelt Follower mit schwächerer Bindung.
Warum Follower auf einem Marktplatz überhaupt wertvoll sind
Ein Follower ist auf Amazon kein Abonnent im klassischen Sinn. Er hat kein Postfach bei Ihnen, Sie kennen seinen Namen nicht und Sie können ihm nichts direkt schreiben. Trotzdem ist er wertvoll, aus drei Gründen.
Erstens qualifiziert er sich selbst. Wer aktiv auf "Folgen" klickt, hat eine bewusste Entscheidung für Ihre Marke getroffen. Diese Gruppe ist erheblich hochwertiger als jede Zielgruppe, die Sie über Kategorie- oder Interessen-Targeting zusammenstellen könnten.
Zweitens erhält er Updates. Amazon spielt Followern Benachrichtigungen und Updates der Marke aus, etwa zu neuen Produkten oder Inhalten. Sie erreichen damit Menschen, die Sie sonst nur über bezahlte Werbung wieder eingesammelt hätten.
Drittens ist er als Zielgruppe adressierbar. Über Brand Tailored Promotions können Sie Marken-Follower gezielt mit Rabatten ansprechen — und zwar getrennt von anderen Gruppen wie Wiederkäufern oder Warenkorbabbrechern. Genau hier wird aus einer Zahl im Dashboard ein Umsatzkanal.
Rechnen Sie den Wert über die Alternative. Was kostet es Sie über Sponsored Products, hundert vorqualifizierte Markeninteressenten erneut zu erreichen? Follower sind der Versuch, diesen Betrag zu senken — nicht auf null, aber spürbar.
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Store, Posts und Live als System statt als Einzelmaßnahmen
Die meisten Marken behandeln Store, Posts und Live als drei unabhängige Projekte, die je nach Kapazität mal laufen und mal nicht. Für den Follower-Aufbau ist das der teuerste mögliche Ansatz, weil sich die drei Kanäle gegenseitig verstärken.
Der Brand Store ist Ihr Zielpunkt. Er sollte so aufgebaut sein, dass ein Besucher versteht, wofür die Marke steht, und nicht nur ein Produktraster sieht. Wie Sie den Store strukturieren, lesen Sie im Beitrag zum Amazon Brand Store.
Posts sind Ihr Reichweitenmotor. Sie erscheinen in verwandten Feeds und bringen Käufer mit Ihrer Marke in Kontakt, die aktiv nach etwas anderem gesucht haben. Regelmäßigkeit schlägt hier Aufwand pro Post — ein wöchentlicher Rhythmus mit einfachen Bildern wirkt besser als vier aufwendige Posts pro Quartal.
Live ist Ihr Verstärker für Momente, die Erklärung brauchen. Produkte mit Anwendungsbedarf, Sortimentswechsel oder Deal-Events profitieren am stärksten. Der Aufwand ist hoch, deshalb lohnt sich Live selten als Dauerbetrieb, aber punktuell rund um Launches.
Verbinden Sie die drei über einen klaren Pfad. Post führt in den Store, Store zeigt das Sortiment und macht den Folgen-Button sichtbar, Live nutzt die bestehende Followerbasis als Startpublikum. Jeder Kanal übernimmt eine Rolle, statt dass alle dasselbe tun.
In 6 Schritten zum aktiven Follower-Stamm
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Brand Registry prüfen und Store aufräumen — Stellen Sie sicher, dass Ihre Marke in der Brand Registry eingetragen ist und der Brand Store vollständig gepflegt ist. Ein Store mit veralteten Produkten oder leeren Unterseiten kostet Follower, weil der Besucher keinen Grund sieht zu folgen. Prüfen Sie, ob der Folgen-Button auf allen Seiten sichtbar ist.
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Posts in festen Rhythmus bringen — Legen Sie einen wöchentlichen Veröffentlichungstakt für Amazon Posts fest und halten Sie ihn über mindestens ein Quartal durch. Jeder Post trägt den Folgen-Button mit und bringt Ihre Marke in verwandte Feeds. Nutzen Sie Bilder, die die Anwendung zeigen, nicht nur freigestellte Produktfotos.
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Externen Traffic in den Store lenken — Führen Sie Social-Media-Verweise, Verpackungsbeilagen und Sponsored-Brands-Anzeigen auf den Brand Store statt auf einzelne Produktseiten. Nur im Store trifft der Besucher auf den Folgen-Button. Bei Sponsored Brands ist die Store-Landingpage in der Regel die bessere Wahl, wenn Markenaufbau das Ziel ist.
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Live gezielt für Launches einsetzen — Planen Sie Live-Formate rund um Produkteinführungen und Deal-Events statt als regelmäßigen Sendebetrieb. Der Aufwand rechnet sich dort, wo Erklärungsbedarf besteht und die Aufmerksamkeit ohnehin hoch ist. Bestehende Follower bilden das Startpublikum, das den Stream trägt.
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Brand Tailored Promotions aufsetzen — Öffnen Sie in Seller Central den Bereich Werbung und legen Sie eine Aktion für die Zielgruppe der Marken-Follower an. Trennen Sie diese Aktion von Aktionen für Wiederkäufer und Warenkorbabbrecher, damit Sie den Beitrag jeder Gruppe getrennt bewerten können. Setzen Sie den Rabatt so, dass die Marge nach Gebühren noch trägt.
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Monatlich messen und nachschärfen — Verfolgen Sie das Follower-Wachstum getrennt nach Quelle und stellen Sie es dem Umsatz aus Follower-Aktionen gegenüber. Verschieben Sie Aufwand in den Kanal, der die stärkeren Follower liefert. Prüfen Sie außerdem, ob Aktionen für Follower besser konvertieren als vergleichbare allgemeine Rabatte.
Brand Tailored Promotions als Aktivierungskanal
Follower zu sammeln ist die halbe Aufgabe. Ohne Aktivierung bleibt die Zahl eine Kennzahl im Dashboard, die niemandem etwas nützt. Brand Tailored Promotions sind der Mechanismus, mit dem aus der Gruppe Umsatz wird.
Sie finden die Funktion in Seller Central unter Werbung. Dort lassen sich definierte Zielgruppen mit einem Rabatt ansprechen — unter anderem Wiederkäufer, Warenkorbabbrecher und Marken-Follower. Sie wählen die Gruppe, den Rabatt und den Zeitraum, Amazon spielt die Aktion an die passenden Käufer aus.
Der Reiz liegt in der Trennschärfe. Ein Rabatt an Warenkorbabbrecher löst ein anderes Problem als ein Rabatt an Wiederkäufer: Der eine schiebt eine unfertige Kaufentscheidung an, der andere verkürzt den Wiederkaufzyklus. Ein pauschaler Coupon auf der Produktseite kann beides nicht unterscheiden und subventioniert vor allem Käufer, die ohnehin gekauft hätten.
Für Follower gilt eine eigene Logik. Diese Gruppe hat Interesse an der Marke signalisiert, aber nicht zwingend gekauft. Ein Follower-Rabatt eignet sich deshalb besonders gut für Sortimentserweiterungen — Sie zeigen Menschen ein neues Produkt, die Ihre Marke bereits kennen und ihr wohlgesonnen sind.
Wählen Sie den Rabatt nicht zu großzügig. Der Vorteil dieser Gruppe ist die Vorqualifikation, nicht die Preissensibilität. Details zur Einrichtung und zu den einzelnen Zielgruppen finden Sie im Beitrag zu Brand Tailored Promotions.
Messung und realistische Erwartungen
Der ehrlichste Blick auf Brand Follow beginnt mit dem, was es nicht ist. Es ist kein Ersatz für einen E-Mail-Verteiler. Sie erhalten keine Kundendaten, keine Adressen, keine Segmentierung nach eigenen Kriterien und keine Möglichkeit, den Kanal aus Amazon herauszulösen.
Wenn Amazon die Funktion morgen anders ausgestaltet, ändert sich Ihre Reichweite, ohne dass Sie etwas tun können. Behandeln Sie Follower deshalb als wertvollen Zusatzkanal innerhalb von Amazon, nicht als Ihr Kundenstamm-Fundament.
Messen Sie in drei Ebenen. Erstens das Follower-Wachstum pro Monat, getrennt nach Quelle — Store, Posts, Live. Zweitens die Leistung von Follower-Aktionen im Vergleich zu allgemeinen Rabatten auf denselben Produkten. Drittens den Anteil an Wiederkäufen an Ihrem Gesamtumsatz über die Zeit.
Die dritte Ebene ist die wichtigste und die, die am seltensten betrachtet wird. Wenn Ihr Wiederkaufanteil über zwölf Monate steigt, während Ihr Werbedruck gleich bleibt, arbeitet der Kanal. Steigt er nicht, sammeln Sie Follower ohne wirtschaftlichen Effekt.
An dieser Stelle setzt MarketplAIce an. Die Plattform verbindet Bestell-, Werbe- und Preisdaten und macht sichtbar, wie sich der Wiederkaufanteil eines Produkts entwickelt und wie viel Werbedruck dahintersteht. Wer sieht, dass ein Produkt zunehmend organisch und über Wiederkäufer verkauft, kann Gebote dort bewusst zurücknehmen.
Genau hier zahlt der prädiktive Ansatz ein. MarketplAIce rechnet fünf Tage voraus über fünfzehn Dimensionen, darunter Nachfrageentwicklung, Preisposition und Bestandsreichweite. Wenn eine Follower-Aktion die Nachfrage anschiebt, wird die Werbesteuerung darauf eingestellt, bevor die Kennzahlen der Vorwoche es bestätigen — und der Bestand mitgeplant, damit die Aktion nicht in eine leere Lieferkette läuft.
Welcher Plan welchen Funktionsumfang enthält, sehen Sie unter Preise und Tarife.
FAQ
Was ist Brand Follow auf Amazon genau?
Brand Follow erlaubt Käufern, einer Marke über einen "Folgen"-Button zu folgen. Der Button ist im Brand Store, in Amazon Posts und in Amazon Live eingebunden. Follower erhalten anschließend Benachrichtigungen und Updates der Marke.
Welche Voraussetzung brauche ich für Brand Follow?
Sie benötigen die Amazon Brand Registry. Ohne eingetragene Marke und Registrierung stehen weder Brand Store noch Posts noch der Folgen-Button zur Verfügung. Die Registrierung schaltet gleichzeitig A+ Content und markenspezifische Werbeformate frei.
Bekomme ich als Marke die Kontaktdaten meiner Follower?
Nein. Amazon gibt keine Kundendaten heraus, weder E-Mail-Adressen noch Namen. Sie können Follower ausschließlich als Zielgruppe innerhalb von Amazon ansprechen, etwa über Brand Tailored Promotions. Ein eigener Newsletter lässt sich daraus nicht aufbauen.
Wie spreche ich meine Follower gezielt an?
Über Brand Tailored Promotions in Seller Central unter Werbung. Dort lassen sich Zielgruppen wie Wiederkäufer, Warenkorbabbrecher und Marken-Follower getrennt mit Rabatten ansprechen. Legen Sie für jede Gruppe eine eigene Aktion an, um den Beitrag sauber zu bewerten.
Wie viele Marken-Follower gibt es auf Amazon?
Amazon nennt über 20 Millionen bestehende Follow-Beziehungen zwischen Käufern und Marken im Store. Das zeigt, dass Käufer die Funktion nutzen, wenn sie ihnen begegnet. Die meisten Marken machen den Button nur nie ausreichend sichtbar.
Welcher Kanal bringt die meisten Follower?
Amazon Posts liefern in der Regel die größere Reichweite, weil sie in verwandten Feeds erscheinen. Der Brand Store liefert dafür Follower mit stärkerer Bindung, weil der Besucher dort gezielt bei Ihrer Marke ist. Eine Kombination aus beidem ist wirksamer als ein Kanal allein.
Ersetzt Brand Follow einen E-Mail-Verteiler?
Nein. Sie erhalten keine Kundendaten, keine eigene Segmentierung und keine Kontrolle über den Kanal. Brand Follow ist ein wertvoller Zusatzkanal innerhalb von Amazon, aber kein Fundament für eigene Kundenbeziehungen außerhalb der Plattform.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Founder von MarketplAIce und arbeitet seit über acht Jahren im Amazon-Advertising. Er hat Marken beim Aufbau von Brand Store, Posts und markeneigenen Zielgruppen begleitet und kennt den Unterschied zwischen Reichweitenkennzahlen und tatsächlichem Wiederkaufumsatz. Mit MarketplAIce baut er eine Plattform, die Gebote, Listings und Preise prädiktiv steuert statt reaktiv nachzujustieren. Mehr zur Expertise