Temu Zoll & Einfuhrsteuer 2026: Was Händler wissen
Temu Zoll & Einfuhrsteuer 2026: Das Ende der 150-Euro-Zollfreigrenze, die neue 3-Euro-Pauschale und was EU-Händler bei Import und Kalkulation beachten müssen.

Der Import über Temu wird 2026 teurer, weil die EU die 150-Euro-Zollfreigrenze abschafft und eine pauschale Zollgebühr einführt. Die Kurzfassung: Bis zum 30. Juni 2026 waren Sendungen bis 150 Euro Warenwert zollfrei. Ab dem 1. Juli 2026 erhebt die EU eine befristete Pauschale von 3 Euro pro Artikel auf solche geringwertigen Einfuhren aus Drittländern — diese Regelung gilt bis zum 1. Juli 2028. Zusätzlich ist im Herbst 2026 eine "Union Handling Fee" von voraussichtlich rund 2 Euro in Verhandlung. Ab 2028 soll die 150-Euro-Schwelle über den EU Customs Data Hub ganz fallen und jede Sendung dynamisch verzollt werden. Die Einfuhrumsatzsteuer wird davon unabhängig ohnehin fällig.
Dieser Leitfaden erklärt, was sich 2026 konkret ändert, wen es trifft und wie MarketplAIce Ihre Preiskalkulation über alle Kanäle vorausschauend an die neuen Kosten anpasst. Er ersetzt keine Steuer- oder Zollberatung.
Was sich 2026 ändert
Die bisherige Zollfreigrenze für Sendungen bis 150 Euro Warenwert entfiel zum 30. Juni 2026. Damit reagiert die EU auf ein strukturelles Ungleichgewicht: Rund neun von zehn geringwertigen Paketen kamen zuletzt aus China, ein großer Teil davon über Plattformen wie Temu.
Ab dem 1. Juli 2026 gilt stattdessen eine befristete Pauschale von 3 Euro pro Artikel auf geringwertige Einfuhren aus Drittländern. Sie wird je Artikel nach Zolltarif-Klassifizierung berechnet — Artikel mit derselben Klassifizierung lassen sich unter Umständen auf einer Deklarationszeile bündeln. Diese Pauschale läuft bis zum 1. Juli 2028.
Parallel verhandelt die EU über eine "Union Handling Fee" von voraussichtlich rund 2 Euro, deren genaue Höhe und Startzeitpunkt im Herbst 2026 festgelegt werden sollen. Sie ist eine Bearbeitungsgebühr, kein Zoll, und soll die Abwicklungskosten decken.
Wer betroffen ist — und wer nicht
Entscheidend ist, wo Ihre Ware herkommt. Die neue Zollpauschale trifft geringwertige Sendungen, die aus Drittländern in die EU importiert werden — also das klassische Cross-Border-Modell, bei dem Ware direkt aus China zum Endkunden geliefert wird.
Wenn Sie dagegen als lokaler EU-Händler agieren und Ihre Ware bereits in einem EU-Lager liegt, fällt für den Verkauf an den Endkunden kein Import-Zoll mehr an — die Ware ist bereits im zollrechtlich freien Verkehr. Genau deshalb wird das lokale Modell 2026 attraktiver. Wie es funktioniert, zeigt der Temu Local-to-Local-Beitrag.
Die Einfuhrumsatzsteuer bleibt in beiden Fällen relevant: Sie fällt bei der Einfuhr in die EU an und ist unabhängig von der Zollpauschale. Für viele Cross-Border-Händler summieren sich damit Zollpauschale, mögliche Handling Fee und Einfuhrumsatzsteuer zu einer spürbaren Zusatzbelastung pro Sendung.
In 5 Schritten auf die neuen Kosten reagieren
- Warenströme prüfen: Ermitteln Sie, welcher Anteil Ihres Temu-Umsatzes über Direktimport aus Drittländern und welcher über EU-Lager läuft.
- Kosten pro Sendung neu rechnen: Kalkulieren Sie Zollpauschale, mögliche Handling Fee und Einfuhrumsatzsteuer in Ihre Stückkosten ein.
- Preise anpassen: Justieren Sie Ihre Verkaufspreise so, dass die Zusatzkosten gedeckt sind, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.
- Lokales Modell prüfen: Bewerten Sie, ob ein Wechsel zu EU-Lagerung Ihre Kostenstruktur und Lieferzeiten verbessert.
- Vorausschauend steuern: Lassen Sie MarketplAIce Ihre Preise über alle Kanäle an die neue Kostenlage anpassen, bevor die Marge leidet.
Warum Kalkulation jetzt zur Chefsache wird
Die neuen Import-Kosten treffen vor allem margenschwache Niedrigpreis-Produkte, die das Temu-Sortiment prägen. Bei einem Artikel für wenige Euro kann eine Pauschale von 3 Euro plus Handling Fee die komplette Marge auffressen. Wer hier nicht nachrechnet, verkauft mit Verlust.
Statische Preislisten werden damit gefährlich. Ein Preis, der vor dem 1. Juli 2026 profitabel war, kann danach im Minus liegen. Und weil die Regelungen sich 2026 bis 2028 weiter verändern, reicht eine einmalige Anpassung nicht — Sie müssen fortlaufend nachsteuern.
Genau das leistet MarketplAIce. Die Plattform kennt Ihre echten Stückkosten inklusive der neuen Import-Abgaben und rechnet praediktiv, wie sich Nachfrage, Wettbewerb und Kostenlage entwickeln. Sie hält Ihre Preise über Temu, Amazon, eBay, Otto und Kaufland hinweg profitabel — fünf Tage voraus statt hinterher. Wie diese kanalübergreifende Logik arbeitet, lesen Sie im Multichannel Repricing-Beitrag.
Wenn Sie Ihre Kalkulation nicht bei jeder Regeländerung von Hand nachziehen wollen, testen Sie MarketplAIce: 14 Tage kostenlos starten oder die Preise ansehen.
FAQ
Wann endet die 150-Euro-Zollfreigrenze der EU?
Die Zollfreigrenze für Sendungen bis 150 Euro Warenwert entfiel zum 30. Juni 2026. Ab dem 1. Juli 2026 gilt stattdessen eine befristete Pauschale von 3 Euro pro Artikel auf geringwertige Einfuhren aus Drittländern.
Wie hoch ist die neue Zollpauschale?
Die EU erhebt ab 1. Juli 2026 eine Pauschale von 3 Euro pro Artikel auf geringwertige Einfuhren bis 150 Euro Warenwert. Sie wird nach Zolltarif-Klassifizierung berechnet und gilt befristet bis zum 1. Juli 2028.
Was ist die Union Handling Fee?
Die Union Handling Fee ist eine geplante Bearbeitungsgebühr von voraussichtlich rund 2 Euro, die die Abwicklungskosten decken soll. Höhe und Startzeitpunkt sollen im Herbst 2026 festgelegt werden. Sie ist ein separates Instrument neben der Zollpauschale.
Fällt bei EU-Lagerung auch die Zollpauschale an?
Nein. Wenn Ihre Ware bereits in einem EU-Lager liegt und im zollrechtlich freien Verkehr ist, fällt für den Verkauf an den Endkunden kein Import-Zoll mehr an. Das lokale Modell wird dadurch 2026 attraktiver.
Muss ich zusätzlich Einfuhrumsatzsteuer zahlen?
Ja. Die Einfuhrumsatzsteuer fällt bei der Einfuhr von Ware in die EU an und ist unabhängig von der Zollpauschale. Für Cross-Border-Händler summieren sich damit Zoll, mögliche Handling Fee und Einfuhrumsatzsteuer.
Was ändert sich 2028?
Ab 2028 soll die 150-Euro-Schwelle über den geplanten EU Customs Data Hub ganz entfallen. Dann würde jede Sendung dynamisch nach Warenart verzollt, statt pauschal. Die genaue Ausgestaltung ist noch in Arbeit.
Wie hilft MarketplAIce bei den neuen Import-Kosten?
MarketplAIce kennt Ihre Stückkosten inklusive der neuen Abgaben und passt Ihre Preise über alle Kanäle vorausschauend an. So bleiben auch margenschwache Niedrigpreis-Produkte profitabel, ohne dass Sie bei jeder Regeländerung manuell nachrechnen.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Gründer von MarketplAIce und seit über acht Jahren im Amazon- und Marktplatz-Advertising aktiv. Er hat zahlreichen Händlern geholfen, ihre Kalkulation über mehrere Kanäle hinweg belastbar aufzustellen. Mehr zu seiner Expertise: /expertise. Dieser Beitrag ist keine Steuer- oder Zollberatung.