Temu Zusatzmärkte 2026: UK, Schweiz und Island verkaufen
Temu Zusatzmärkte 2026: Seit Anfang des Jahres verkaufen EU-Händler zusätzlich nach UK, Island und in die Schweiz. So nutzen Sie die neue Reichweite richtig.

Die Kurzfassung: Seit Anfang 2026 dürfen Händler mit Sitz in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Spanien, Rumänien, Belgien, Polen und Frankreich auf Temu zusätzlich nach Großbritannien, Island und in die Schweiz verkaufen. Diese drei Länder liegen außerhalb der EU und damit außerhalb der bekannten OSS-Umsatzsteuerregelung — für Sie als Händler bedeutet das eigene Währungen, eigenes Zollrecht und eigene Kennzeichnungspflichten je Markt. Wer die Zusatzmärkte einfach wie ein weiteres EU-Land behandelt, kalkuliert falsch und riskiert Retouren durch fehlende Landessprache oder falsche Maßeinheiten. Die Reichweite ist trotzdem attraktiv: Großbritannien zählt zu den kaufkräftigsten E-Commerce-Märkten Europas, und die Schweiz gilt mit hoher Kaufkraft pro Kopf als lukrativer Nischenmarkt. Dieser Leitfaden erklärt, was sich 2026 konkret geändert hat, welche Voraussetzungen gelten und wie Sie mit MarketplAIce Preise und Bestand über alle Temu-Märkte hinweg vorausschauend steuern, statt bei jedem neuen Markt bei null anzufangen.
Was sich 2026 für EU-Händler ändert
Bis Ende 2025 war das Bild bei Temu klar getrennt: EU-Händler verkauften in EU-Länder, während UK, Schweiz und Island eigene, weitgehend abgeschottete Märkte blieben. Seit Anfang 2026 hat Temu diese Trennung für einen definierten Kreis von Herkunftsländern aufgehoben.
Händler mit Firmensitz in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Spanien, Rumänien, Belgien, Polen oder Frankreich können ihr bestehendes Temu-Konto nutzen, um zusätzlich in diese drei Nicht-EU-Märkte zu verkaufen. Das ist Teil einer größeren Bewegung: Temu baut sein Local Seller Program kontinuierlich aus und öffnet Land für Land, ohne dass Sie für jeden Markt eine neue Firma gründen müssen.
Der Unterschied zur reinen EU-Expansion, wie sie etwa in Österreich oder den Niederlanden läuft, liegt im Rechtsrahmen. UK, Island und die Schweiz gehören nicht zum EU-Binnenmarkt.
Das heißt konkret: Die One-Stop-Shop-Umsatzsteuerregelung (OSS), die den Verkauf innerhalb der EU steuerlich vereinfacht, greift hier nicht. Stattdessen brauchen Sie für jeden dieser drei Märkte ein eigenes Verständnis von Einfuhrumsatzsteuer, Zollabwicklung und teils eigenen Produktkennzeichnungen wie dem UKCA-Zeichen in Großbritannien statt der CE-Kennzeichnung.
Das ist ein deutlicher Unterschied zu dem, was viele Händler von der EU-Expansion auf Temu gewohnt sind, wo ein einmal eingerichtetes Steuerprofil meist für alle weiteren EU-Länder mitläuft. Bei den drei Zusatzmärkten müssen Sie diese Arbeit stattdessen für jedes Land einzeln leisten, was den Einstieg zunächst aufwendiger macht als eine weitere EU-Expansion.
Für Händler, die bereits über das Temu Local Seller Program in mehreren EU-Ländern aktiv sind, ist der Zugang zu den Zusatzmärkten trotzdem ein naheliegender nächster Schritt. Die technische Anbindung läuft über dasselbe Seller Center, mit dem Sie auch Ihre EU-Märkte steuern.
Insgesamt ist das Temu Local Seller Program inzwischen in mehr als 37 Märkten weltweit verfügbar, und UK, Island und die Schweiz sind die jüngsten Ergänzungen für Händler mit Sitz in den neun genannten EU-Ländern. Das zeigt, wie konsequent Temu seine Marktabdeckung Land für Land erweitert, statt auf einen großen Rundumschlag zu setzen. Für Sie als Händler bedeutet dieses Tempo, dass sich lohnende Zusatzmärkte auch in den kommenden Monaten weiter öffnen können — ein Grund mehr, den Prozess für den ersten neuen Markt sauber aufzusetzen, damit sich weitere Märkte danach schneller erschließen lassen.
In 6 Schritten in die neuen Zusatzmärkte
- Berechtigung prüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmenssitz in einem der neun berechtigten Herkunftsländer liegt und Ihr Temu-Konto im Local Seller Program aktiv ist.
- Markt im Seller Center aktivieren: Schalten Sie UK, Island oder die Schweiz gezielt einzeln frei, statt alle drei gleichzeitig zu starten.
- Kennzeichnung anpassen: Prüfen Sie je Markt, ob UKCA statt CE, lokale Sprachvorgaben oder abweichende Maßeinheiten gelten.
- Preise in Landeswährung kalkulieren: Rechnen Sie Britisches Pfund und Schweizer Franken auf Basis Ihrer echten Kosten inklusive Zoll und Einfuhrsteuer durch, statt nur den Euro-Kurs umzurechnen.
- Versand und Lieferzeit klären: Legen Sie fest, ob Sie aus einem EU-Lager oder über Temus Logistikpartner in den jeweiligen Zusatzmarkt liefern.
- Mit einem Testmarkt starten: Beginnen Sie mit dem Markt, der zu Ihrem Sortiment passt, und beobachten Sie Conversion und Retourenquote, bevor Sie skalieren.
Warum UK, Island und die Schweiz sich lohnen können
Großbritannien ist nach Deutschland einer der größten E-Commerce-Märkte Europas, mit hoher Online-Kaufbereitschaft gerade im Niedrig- und Mittelpreissegment, das Temu bedient. Die Schweiz wiederum hat eine überdurchschnittliche Kaufkraft und Konsumenten, die an grenzüberschreitenden Einkauf gewöhnt sind. Island ist klein, aber praktisch ohne lokale Billig-Konkurrenz zu Temu.
Der Reiz für Sie als Händler liegt darin, dass Sie kein zusätzliches Sortiment aufbauen müssen. Sie nutzen Ihre bestehenden Listings, passen Preis und Kennzeichnung an und erreichen zusätzliche Käufer, ohne eine komplett neue Marktstrategie zu entwickeln.
Gerade für Händler, deren EU-Sortiment bereits auf mehreren Temu-Märkten stabil läuft, sind UK, Island und die Schweiz eine Möglichkeit, zusätzliches Wachstum zu erschließen, ohne neue Lieferanten oder ein komplett neues Produktportfolio aufzubauen. Das reduziert das operative Risiko im Vergleich zu einer Erweiterung des Sortiments in bestehenden Märkten.
Der Haken ist die Komplexität im Detail. Drei zusätzliche Märkte bedeuten drei zusätzliche Währungen, potenziell drei unterschiedliche Zollsätze und drei separate Kennzeichnungspflichten, die Sie parallel zu Ihrem bestehenden EU-Geschäft im Blick behalten müssen. Wer das manuell in Tabellen pflegt, verliert schnell den Überblick.
Beispielrechnung: Was der Verkauf nach Großbritannien konkret bedeutet
Nehmen Sie ein Produkt, das Sie aktuell für 15 Euro in Deutschland verkaufen und mit einer Marge von 4 Euro kalkulieren. Für den britischen Markt reicht es nicht, den Betrag einfach in Pfund umzurechnen, weil Großbritannien als Nicht-EU-Land eigene Einfuhrregeln hat, sobald Ware von außerhalb ins Land kommt.
Liefern Sie aus einem EU-Lager nach Großbritannien, fällt dort in der Regel britische Einfuhrumsatzsteuer an, und je nach Umsatzvolumen kann eine Registrierungspflicht für die britische Umsatzsteuer entstehen. Zusätzlich kalkulieren Sie mit einem Wechselkurspuffer, weil Pfund und Euro unabhängig voneinander schwanken und ein Preis, der heute passt, in drei Monaten zu knapp sein kann.
Für die Schweiz gilt eine ähnliche Logik mit Schweizer Franken statt Pfund und eigenen Schweizer Einfuhrregeln, die sich von den britischen unterscheiden. Wer diese Rechnung für jeden Markt einzeln von Hand führt, verliert schnell Zeit — und genau deshalb lohnt sich hier eine Lösung, die die Marge je Markt automatisch nachrechnet, sobald sich Kurs oder Kosten bewegen.
Wie MarketplAIce die Zusatzmärkte handhabbar macht
Genau an dieser Stelle setzt eine kanalübergreifende, prädiktive Lösung an. MarketplAIce bildet Ihre Kostenstruktur je Markt ab — inklusive Zoll, Einfuhrsteuer und Wechselkursschwankungen zwischen Euro, Pfund und Franken — und rechnet daraus Ihre tatsächliche Marge in jedem einzelnen Zusatzmarkt.
Statt für UK, Island und die Schweiz separate Preislisten von Hand zu pflegen, steuert MarketplAIce Ihre Preise vorausschauend, fünf Tage im Voraus statt reaktiv nach dem Wechselkurs von gestern. Das ist der entscheidende Unterschied zu Tools, die nur den aktuellen Status zeigen: MarketplAIce plant mit, bevor sich Nachfrage oder Kosten spürbar verschieben.
Testen Sie das selbst: 14 Tage kostenlos starten und sehen Sie, wie sich Ihre Marge über mehrere Temu-Märkte hinweg wirklich verhält. Einen Überblick über die passenden Tarife finden Sie unter /de/preise.
Was Sie bei Steuern, Zoll und Retouren beachten müssen
Weil UK, Island und die Schweiz keine EU-Mitglieder sind, gilt für Lieferungen dorthin grundsätzlich Einfuhrumsatzsteuer im Zielland, nicht die deutsche Umsatzsteuer. In Großbritannien registrieren sich viele Plattformhändler für die dortige Umsatzsteuer, sobald sie über einen bestimmten Umsatz hinauskommen — prüfen Sie diese Schwelle unbedingt mit Ihrem Steuerberater.
Retouren sind der zweite kritische Punkt. Eine Rücksendung aus dem UK oder der Schweiz nach Deutschland ist zoll- und steuerrechtlich kein triviales EU-internes Vorgehen mehr, sondern eine erneute Grenzüberschreitung. Klären Sie vorab, ob Sie Rücksendungen überhaupt annehmen oder stattdessen mit Gutschriften ohne Rücksendung arbeiten, wie es viele Temu-Händler bereits im EU-Geschäft praktizieren.
Auch die Produktkennzeichnung verdient Aufmerksamkeit. Großbritannien verlangt für viele Produktgruppen die UKCA-Kennzeichnung anstelle der CE-Kennzeichnung, auch wenn Übergangsfristen für einzelne Kategorien noch gelten. Wer hier ungeprüft dieselben Angaben wie im EU-Listing verwendet, riskiert Beanstandungen und im schlimmsten Fall eine Sperrung des Angebots im Zusatzmarkt.
Typische Fehler beim Start in die Zusatzmärkte
Der häufigste Fehler ist, alle drei Zusatzmärkte gleichzeitig zu starten, statt mit einem Testmarkt zu beginnen. Wer UK, Island und die Schweiz parallel aktiviert, kann kaum unterscheiden, welcher Markt tatsächlich funktioniert und wo die Marge durch unterschätzte Kosten leidet.
Ein zweiter häufiger Fehler ist die reine Kursumrechnung ohne Berücksichtigung von Zoll- und Steuerkosten. Ein Preis, der nur den aktuellen Wechselkurs abbildet, ignoriert oft die zusätzlichen Einfuhrkosten und führt in der Praxis zu einer deutlich niedrigeren Marge als geplant.
Der dritte Fehler betrifft die Kennzeichnung: Wer EU-Listings unverändert für Großbritannien übernimmt, riskiert Beanstandungen, weil UKCA-Vorgaben und CE-Kennzeichnung nicht deckungsgleich sind. Nehmen Sie sich für jeden neuen Markt Zeit, die Angaben einmal vollständig zu prüfen, bevor Sie live gehen.
Wenn Sie diese Fehler von vornherein vermeiden wollen, statt sie im Nachhinein zu korrigieren: 14 Tage kostenlos starten und Ihre Marge je Zusatzmarkt direkt sichtbar machen. Details zu den Tarifen finden Sie unter /de/preise.
FAQ
Welche Länder zählen 2026 zu den neuen Temu-Zusatzmärkten?
Berechtigte EU-Händler können seit Anfang 2026 zusätzlich nach Großbritannien, Island und in die Schweiz verkaufen. Das sind Nicht-EU-Märkte, die bislang weitgehend getrennt von der EU-Expansion liefen.
Wer darf in die Temu-Zusatzmärkte verkaufen?
Berechtigt sind Händler mit Firmensitz in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Spanien, Rumänien, Belgien, Polen oder Frankreich. Voraussetzung ist ein aktives Temu-Konto im Local Seller Program.
Gilt die OSS-Umsatzsteuerregelung auch für UK, Island und die Schweiz?
Nein. OSS gilt nur innerhalb der EU. Für die drei Zusatzmärkte brauchen Sie ein eigenes Verständnis von lokaler Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls eine separate Steuerregistrierung.
Brauche ich für Großbritannien eine andere Produktkennzeichnung?
Für viele Produktgruppen verlangt Großbritannien die UKCA-Kennzeichnung statt der CE-Kennzeichnung, teils mit Übergangsfristen je Kategorie. Prüfen Sie das vor dem Marktstart je Produktgruppe einzeln.
Wie funktionieren Retouren aus UK oder der Schweiz?
Rücksendungen aus Nicht-EU-Märkten sind eine erneute Grenzüberschreitung mit eigenen Zoll- und Steuerfragen. Viele Händler arbeiten deshalb mit Erstattungen ohne Rücksendung statt mit physischem Rückversand.
Lohnt sich der Einstieg eher in UK, Island oder die Schweiz?
Das hängt von Ihrem Sortiment ab: Großbritannien bietet die größte Reichweite, die Schweiz eine hohe Kaufkraft, Island wenig lokale Konkurrenz. Ein Testmarkt mit begrenztem Sortiment zeigt schnell, wo Ihre Marge am stabilsten ist.
Wie hilft MarketplAIce beim Verkauf in mehreren Temu-Märkten?
MarketplAIce rechnet Zoll, Einfuhrsteuer und Wechselkurse je Markt in Ihre Marge ein und passt Preise vorausschauend an. So behalten Sie über EU- und Zusatzmärkte hinweg den Überblick, ohne jede Preisliste manuell zu pflegen.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Gründer von MarketplAIce und seit über acht Jahren im Amazon- und Marktplatz-Advertising aktiv. Er begleitet Händler dabei, neue Marktplatz-Länder profitabel zu erschließen, ohne die Kontrolle über die Marge zu verlieren. Mehr zu seiner Expertise: /expertise. Dieser Beitrag ist keine Steuer- oder Rechtsberatung.