Retourensaison Januar 2026: Post-Weihnachts-Peak planen
Nach Weihnachten steigt die Retourenquote überall. So planen Sie Personal, Lager und Prozesse für die Retourensaison Januar 2026 kanalübergreifend.

Die Kurzfassung: Nach dem Weihnachtsgeschäft folgt im Januar traditionell die höchste Retourenquote des Jahres, weil verschenkte und spontan gekaufte Artikel gemeinsam zurückgeschickt werden — und weil viele Marktplätze die Rückgabefrist für Weihnachtskäufe verlängern. Für Käufe zwischen dem 1. November und dem 25. Dezember 2025 gilt beispielsweise eine Rückgabefrist bis zum 31. Januar 2026 oder 30 Tage nach Lieferung, je nachdem, was später eintritt. Wer diesen Peak nicht vorausschauend plant, gerät bei Personal, Lagerkapazität und Kommunikation schnell ins Hintertreffen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Personalplanung, Lager, Grading und kanalspezifische Retourenfenster für Amazon, eBay, Otto, Kaufland und Temu sauber aufeinander abstimmen.
MarketplAIce unterstützt Sie dabei, die Retourensaison nicht reaktiv, sondern vorausschauend zu steuern, indem die Plattform Rücksendevolumen kanalübergreifend prognostiziert, bevor der eigentliche Peak beginnt.
Warum der Januar traditionell die höchste Retourenquote bringt
Der Post-Weihnachts-Peak entsteht durch die Überlagerung mehrerer Effekte. Verschenkte Artikel, die nicht passen oder nicht gefallen, werden zurückgeschickt, sobald die Feiertage vorbei sind. Gleichzeitig fließen Rücksendungen aus dem eigentlichen Weihnachtsgeschäft ein, weil viele Käufer erst nach den Feiertagen Zeit finden, Pakete zu öffnen und zu prüfen.
Verstärkt wird dieser Effekt durch verlängerte Rückgabefristen, die Marktplätze und Händler rund um Weihnachten anbieten. Für die Saison 2025/2026 gilt: Artikel, die zwischen dem 1. November und dem 25. Dezember 2025 gekauft wurden, können bis zum 31. Januar 2026 oder innerhalb von 30 Tagen nach Lieferung zurückgegeben werden, je nachdem, welcher Zeitpunkt später liegt. Diese Kulanzfrist verschiebt einen erheblichen Teil der Retouren gezielt in den Januar, statt sie über das Weihnachtsgeschäft zu verteilen.
Das Ergebnis ist ein konzentrierter Peak, der sich strukturell von saisonalen Bestellspitzen unterscheidet: Während im Weihnachtsgeschäft vor allem der Wareneingang und Versand gefordert sind, verlangt der Januar-Peak vor allem Kapazität für Rücknahme, Prüfung und Wiedereinlagerung. Wer sein Team und seine Lagerprozesse ausschließlich auf den Verkaufs-Peak vorbereitet, wird vom nachgelagerten Retouren-Peak regelmäßig überrascht.
Personalplanung und Lagerkapazität für die Retourensaison
Die Personalplanung für den Januar unterscheidet sich deutlich von der Weihnachts-Personalplanung, weil andere Fähigkeiten gefragt sind. Statt Kommissionierung und Versand stehen Wareneingangsprüfung, Qualitätsbewertung und Wiedereinlagerung im Vordergrund. Wer im Dezember zusätzliches Personal für den Versand eingesetzt hat, sollte prüfen, ob ein Teil dieser Kapazität im Januar für die Retourenbearbeitung umgeschichtet werden kann.
Bei der Lagerkapazität lohnt sich eine realistische Vorausplanung des Rücksendevolumens auf Basis der Vorjahreswerte und des aktuellen Weihnachtsumsatzes. Retouren benötigen temporär zusätzlichen Platz, weil zurückgesendete Ware oft nicht sofort wieder verkaufsfähig ist, sondern erst geprüft, gereinigt oder umverpackt werden muss. Fehlt dieser Puffer, stauen sich Rücksendungen im Wareneingang und verzögern die Wiederverfügbarkeit der Ware für den Verkauf.
Ein häufiger Fehler ist, die Retourenbearbeitung als reine Verwaltungsaufgabe zu betrachten, die "nebenbei" erledigt wird. Tatsächlich entscheidet die Geschwindigkeit der Bearbeitung direkt darüber, wie schnell wiederverkaufsfähige Ware erneut ins Angebot zurückfließt und wie viel Kapital in unbearbeiteten Retouren gebunden bleibt. Planen Sie deshalb feste Kapazitäten für die erste Januarhälfte ein, in der die meisten Rücksendungen eintreffen.
Kommunikationsprozesse, Grading und Wiederaufbereitung
Klare Kommunikation reduziert nicht nur den Servicedruck, sondern auch die Zahl unnötiger Retouren. Wer Kunden proaktiv über den Status ihrer Rücksendung informiert, verhindert doppelte Kontaktaufnahmen und Verwirrung, wenn eine Erstattung erst mit Verzögerung erfolgt. Automatisierte Statusupdates entlasten den Kundenservice besonders in den Wochen, in denen das Rücksendevolumen am höchsten ist.
Beim Grading, also der Qualitätsbewertung zurückgesendeter Ware, entscheidet die Struktur des Prozesses über die Wirtschaftlichkeit. Ware in einwandfreiem Zustand sollte so schnell wie möglich wieder eingelagert und ins Angebot zurückgeführt werden, um Umsatzverluste durch Lagerzeit zu minimieren. Leicht beschädigte oder geöffnete Ware braucht dagegen einen definierten Wiederaufbereitungsprozess, etwa Neuverpackung oder Zweitqualitäts-Kennzeichnung, statt pauschal als Verlust abgeschrieben zu werden.
Ein strukturierter dreistufiger Grading-Prozess hat sich bewährt: sofort wiederverkaufsfähig, mit geringem Aufwand wiederaufbereitbar, und nicht mehr verkaufsfähig. Diese Klassifizierung sollte am Wareneingang erfolgen, nicht erst später, damit die Kapitalbindung in der Retourenbearbeitung so kurz wie möglich bleibt. Wie Sie Ihr Retourenmanagement kanalübergreifend strukturieren, lesen Sie vertiefend in unserem Artikel zum Multichannel-Retourenmanagement.
Kanalspezifische Retourenfenster: Amazon, eBay, Otto, Kaufland, Temu im Vergleich
Die fünf großen Marktplätze unterscheiden sich deutlich in ihren Retourenregeln, was die Januar-Planung zusätzlich verkompliziert. Amazon verlängert die Rückgabefrist rund um Weihnachten regelmäßig, sodass ein erheblicher Teil der Käufe aus November und Dezember erst im Januar zur Rücksendung fällig wird. Für FBM-Händler bedeutet das zusätzlichen Koordinationsaufwand, weil sie parallel zur Rücksendeabwicklung weiterhin ihre Performance-Kennzahlen im Blick behalten müssen.
eBay verzeichnet im Vergleich zu anderen Kanälen tendenziell niedrigere Retourenquoten, insbesondere gegenüber Otto, wo die Rücksendequote nach Marktbeobachtungen um ein Vielfaches höher liegt. Diese Differenz hängt stark mit der Kategorie- und Käuferstruktur der jeweiligen Plattform zusammen: Otto ist traditionell stark im Modesegment vertreten, wo Größen- und Passformretouren strukturell häufiger vorkommen als bei den auf eBay dominierenden Kategorien.
Kaufland und Temu bringen jeweils eigene Besonderheiten mit. Bei Temu tragen Local-to-Local-Händler die Rücksendelogistik meist selbst, was die Bearbeitungszeit stärker in die eigene Hand legt, aber auch mehr eigene Kapazität erfordert. Wichtig für die Januar-Planung ist deshalb, für jeden Kanal einzeln zu prüfen, wie lang das jeweilige Retourenfenster tatsächlich ist und wann die eigentliche Rücksendewelle zu erwarten ist, statt von einem einheitlichen Zeitplan über alle Kanäle hinweg auszugehen.
Finanzielle Auswirkungen der Retourensaison richtig einplanen
Neben der operativen Bewältigung hat die Retourensaison auch direkte finanzielle Folgen, die sich in der Liquiditätsplanung für Januar niederschlagen sollten. Erstattungen an Kunden erfolgen häufig schneller, als die zurückgesendete Ware tatsächlich wieder verkaufsfähig eingelagert ist, was zu einer temporären Liquiditätslücke führt. Wer diesen Effekt nicht einplant, gerät gerade nach einem umsatzstarken Weihnachtsgeschäft schnell in einen überraschenden Liquiditätsengpass.
Auch die Marktplatzgebühren spielen eine Rolle: Bei einigen Kanälen wird die ursprüngliche Verkaufsprovision bei einer Rücksendung anteilig erstattet, bei anderen bleibt ein Teil der Gebühr auch nach der Rückabwicklung bestehen. Diese Unterschiede zwischen den Marktplätzen sollten in der Januar-Kalkulation berücksichtigt werden, damit die tatsächliche Marge nach Retouren nicht überschätzt wird.
Ein oft unterschätzter Kostenfaktor ist zudem der Wertverlust durch Lagerzeit. Ware, die erst nach mehreren Wochen im Wareneingang bearbeitet und wieder eingelagert wird, verpasst einen Teil der Verkaufschancen der Restsaison, insbesondere bei saisonalen Winterartikeln, deren Nachfrage nach Januar spürbar sinkt. Eine schnelle Bearbeitung ist deshalb nicht nur ein operatives, sondern auch ein finanzielles Ziel.
In 6 Schritten die Retourensaison Januar vorausschauend planen
So bereiten Sie sich strukturiert auf den Post-Weihnachts-Peak vor:
- Rücksendevolumen prognostizieren: Schätzen Sie das erwartete Retourenvolumen auf Basis des Weihnachtsumsatzes und der Vorjahreswerte je Kanal.
- Personal für Wareneingang umschichten: Verlagern Sie einen Teil der Weihnachts-Versandkapazität gezielt auf die Retourenbearbeitung im Januar.
- Lagerpuffer einplanen: Reservieren Sie zusätzlichen Platz für Wareneingang, Prüfung und temporäre Zwischenlagerung von Retouren.
- Grading-Prozess definieren: Legen Sie feste Kriterien fest, wann Ware sofort wieder eingelagert, wiederaufbereitet oder abgeschrieben wird.
- Kanalspezifische Fristen dokumentieren: Erfassen Sie für jeden Marktplatz das genaue Retourenfenster und die relevanten Fristen für die aktuelle Saison.
- Kommunikation automatisieren: Richten Sie proaktive Statusupdates für Kunden ein, um Servicedruck und doppelte Rückfragen zu reduzieren.
Wie MarketplAIce Ihnen hilft, den Peak vorauszusehen statt zu erleiden
Der klassische Fehler in der Retourensaison ist, auf steigende Rücksendezahlen erst zu reagieren, wenn sie bereits im Wareneingang stehen. Die Plattform arbeitet stattdessen prädiktiv: Sie erkennt Muster aus Weihnachtsumsatz, Kategorie und historischen Retourenquoten und prognostiziert das erwartete Rücksendevolumen bis zu fünf Tage im Voraus, statt nur auf aktuelle Zahlen zu reagieren.
Diese Vorausschau hilft nicht nur bei der Personal- und Lagerplanung, sondern auch bei der Preis- und Repricing-Strategie im Januar: Wer weiß, dass ein Teil der verkauften Ware in den kommenden Tagen zurückkommt, kann Preise und Bestandsplanung entsprechend anpassen, statt von der Rücksendewelle überrascht zu werden. Weil die Plattform kanalübergreifend arbeitet, sehen Sie diese Prognose gebündelt über Amazon, eBay, Otto, Kaufland und Temu hinweg, statt fünf separate Retouren-Dashboards zu pflegen.
Wie sich Ihr gesamtes Weihnachtsgeschäft optimal vorbereiten lässt, damit der Januar-Peak nicht zur bösen Überraschung wird, lesen Sie in unserem Artikel zum Multichannel-Weihnachtsgeschäft Q4. Testen Sie MarketplAIce 14 Tage kostenlos unter app.marketplaice.io/registrieren, die passenden Tarife finden Sie auf der Preise-Seite.
Was Agenturen für ihre Kunden vor der Retourensaison klären sollten
Für Agenturen ist die Retourensaison Januar ein guter Moment, um mit Kunden proaktiv über Kapazitäten und Erwartungen zu sprechen, statt erst im laufenden Peak zu reagieren. Wer Kunden rechtzeitig auf das erwartete Rücksendevolumen vorbereitet und gemeinsam Grading-Prozesse definiert, verhindert Frust auf beiden Seiten, wenn die Rücksendewelle tatsächlich eintrifft.
Gerade bei Kunden mit mehreren Marktplätzen lohnt sich ein kanalübergreifender Blick, weil sich die Retourenfenster von Amazon, Otto, Kaufland, eBay und Temu unterschiedlich stark im Januar konzentrieren. Mehr zu den Konditionen für Agenturen, die ihre Kunden ganzheitlich durch die Retourensaison begleiten, finden Sie auf unserer Partner-Seite, die passenden Tarife auf der Preise-Seite.
Sinnvoll ist zudem, die Retourensaison als jährlich wiederkehrenden Fixpunkt in die Kundenkommunikation aufzunehmen, statt sie jedes Jahr neu zu improvisieren. Ein kurzer Vorbereitungscall im Dezember, in dem Personalkapazität, Lagerpuffer und Grading-Prozesse gemeinsam durchgesprochen werden, verhindert die meisten Überraschungen, die sonst erst im Januar sichtbar werden.
FAQ
Warum ist die Retourenquote im Januar am höchsten?
Weil verschenkte Artikel und verzögert geöffnete Weihnachtsbestellungen gemeinsam zurückgeschickt werden und viele Marktplätze die Rückgabefrist für Weihnachtskäufe verlängern. Diese Überlagerung konzentriert einen großen Teil der Jahresretouren auf wenige Januarwochen.
Wie lange läuft die Rückgabefrist für Weihnachtskäufe 2025/2026?
Käufe zwischen dem 1. November und dem 25. Dezember 2025 können bis zum 31. Januar 2026 oder innerhalb von 30 Tagen nach Lieferung zurückgegeben werden, je nachdem, welcher Zeitpunkt später liegt. Diese verlängerte Frist verschiebt Retouren gezielt in den Januar.
Wie plane ich Personal für die Retourensaison richtig?
Verlagern Sie einen Teil der Weihnachts-Versandkapazität gezielt auf Wareneingangsprüfung und Grading, da im Januar andere Fähigkeiten gefragt sind als beim reinen Versand. Feste Kapazitäten für die erste Januarhälfte verhindern Staus im Wareneingang.
Was bedeutet Grading bei Retouren?
Grading ist die Qualitätsbewertung zurückgesendeter Ware direkt am Wareneingang, meist in drei Stufen: sofort wiederverkaufsfähig, wiederaufbereitbar, oder nicht mehr verkaufsfähig. Eine schnelle Klassifizierung reduziert die Kapitalbindung in unbearbeiteten Retouren.
Unterscheiden sich die Retourenfenster zwischen den Marktplätzen?
Ja, deutlich. Otto verzeichnet nach Marktbeobachtungen eine mehrfach höhere Retourenquote als eBay, während Temu-Händler im Local-to-Local-Modell die Rücksendelogistik meist selbst tragen.
Wie kann ich das Rücksendevolumen im Januar vorhersagen?
Auf Basis des Weihnachtsumsatzes, der Vorjahreswerte und der kategoriespezifischen Retourenquoten je Kanal lässt sich das erwartete Volumen realistisch schätzen. Prädiktive Tools automatisieren diese Prognose kanalübergreifend und ersetzen die manuelle Schätzung durch eine datenbasierte Vorhersage.
Wie hilft MarketplAIce konkret in der Retourensaison?
MarketplAIce prognostiziert das erwartete Rücksendevolumen bis zu fünf Tage im Voraus über alle angebundenen Marktplätze hinweg und unterstützt so Personal-, Lager- und Preisplanung, statt erst auf eingehende Retouren zu reagieren.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Gründer von MarketplAIce und seit über acht Jahren im Marktplatz-Advertising aktiv. Er begleitet Händler und Agenturen beim profitablen Wachstum auf Amazon, eBay, Otto, Kaufland und Temu. Mehr zu seiner Expertise: /expertise.
MarketplAIce ist die prädiktive KI-Plattform für Händler und Agenturen — vorausschauende Gebotsoptimierung, Listing-Optimierung und Repricing über alle Marktplätze hinweg. Jetzt 14 Tage kostenlos testen.