Multichannel Inventur & Lagerbewertung 2026
Inventur und Lagerbewertung 2026 für Marktplatzhändler: HGB-Pflicht, Niederstwertprinzip, FIFO, GoBD und wie Sie FBA- und 3PL-Bestände lückenlos erfassen.

Die Kurzfassung: Zum Ende jedes Geschäftsjahres verlangt das HGB eine körperliche Inventur — die tatsächliche Bestandsaufnahme Ihrer Ware. Für Marktplatzhändler ist das komplex, weil der Bestand über eigenes Lager, Amazon FBA und externe 3PL-Dienstleister verteilt ist. Alle diese Bestände zählen zu Ihrem Vorrat und müssen erfasst werden, auch die Ware in Amazon-Lagern. Bewertet wird nach dem Niederstwertprinzip, Verbrauchsfolge-Verfahren wie FIFO sind zulässig, und die GoBD verlangen nachvollziehbare, unveränderbare Aufzeichnungen. MarketplAIce bündelt die Bestände über alle Kanäle, damit Sie den Überblick behalten — für die Inventur und für den operativen Alltag.
Warum Inventur für Marktplatzhändler Pflicht ist
Die handelsrechtliche Inventurpflicht ergibt sich aus dem HGB und gilt zum Geschäftsjahresende. Sie erfordert eine körperliche Bestandsaufnahme — Sie müssen Ihre Ware tatsächlich zählen und erfassen.
Das Ergebnis fließt in Jahresabschluss und Bilanz ein. Der Warenbestand ist ein Vermögenswert, dessen korrekte Erfassung und Bewertung rechtlich vorgeschrieben ist.
Für Multichannel-Händler wird das anspruchsvoll, weil Bestände selten an einem Ort liegen. Genau das macht eine saubere, kanalübergreifende Erfassung so wichtig.
Die besondere Herausforderung: verteilte Bestände
Ihr Vorrat liegt im eigenen Lager, in Amazon FBA und bei 3PL-Dienstleistern gleichzeitig. Jeder dieser Orte hält Ware, die zu Ihrem Vermögen gehört.
Entscheidend ist: Auch Ware in Amazon-Lagern zählt zu Ihrem eigenen Vorrat. Sie gehört wirtschaftlich Ihnen, obwohl sie physisch bei Amazon liegt, und muss in der Inventur auftauchen.
Wer FBA- oder 3PL-Bestände vergisst, erfasst seinen Vorrat unvollständig. Eine lückenlose Zusammenführung aller Lagerorte ist daher die Grundlage jeder korrekten Inventur.

Bewertung nach dem Niederstwertprinzip
Ist der Bestand erfasst, muss er bewertet werden. Das Niederstwertprinzip verlangt, den niedrigeren von Anschaffungs- und aktuellem Marktwert anzusetzen.
Sinkt der Marktwert einer Ware unter den Einkaufspreis, ist der niedrigere Wert maßgeblich. Das schützt vor überhöhten Bilanzansätzen und bildet vorsichtig ab.
Für die Reihenfolge des Verbrauchs sind Verfahren wie FIFO zulässig — die zuerst eingekaufte Ware gilt als zuerst verkauft. Das beeinflusst, welche Einkaufspreise dem Restbestand zugeordnet werden.
GoBD: nachvollziehbar und unveränderbar
Die GoBD verlangen, dass Ihre Aufzeichnungen nachvollziehbar und unveränderbar sind. Bestandsdaten müssen sich lückenlos und nachträglich prüfbar dokumentieren lassen.
Das bedeutet: keine formlosen Notizen, die sich spurlos ändern lassen. Bewegungen und Bestände brauchen eine saubere, nachvollziehbare Historie.
Eine systematische Erfassung erfüllt diese Anforderung im Alltag automatisch. Wie Sie Bestandsdaten sauber in Buchhaltung und DATEV überführen, zeigt der Beitrag Marktplatz Buchhaltung mit DATEV.
In 6 Schritten zur sauberen Multichannel-Inventur
- Stichtag festlegen: Bestimmen Sie den Inventurstichtag zum Geschäftsjahresende und planen Sie die körperliche Aufnahme.
- Alle Lagerorte erfassen: Zählen Sie eigenes Lager, FBA und 3PL — die Ware in Amazon-Lagern gehört zu Ihrem Vorrat.
- Bestände zusammenführen: Konsolidieren Sie alle Lagerorte zu einem lückenlosen Gesamtbestand je Artikel.
- Nach Niederstwert bewerten: Setzen Sie den niedrigeren von Einkaufs- und Marktwert an und wenden Sie ein zulässiges Verfahren wie FIFO an.
- Ladenhüter abwerten: Identifizieren Sie überalterte Ware und werten Sie sie rechtzeitig ab, statt sie mit vollem Wert zu führen.
- GoBD-konform dokumentieren: Halten Sie Erfassung und Bewertung nachvollziehbar und unveränderbar fest, sodass die Historie prüfbar bleibt.
MarketplAIce: Bestände kanalübergreifend im Griff
Bestandsgenauigkeit ist nicht nur zur Inventur Pflicht, sondern täglich — auch um Überverkäufe zu vermeiden. MarketplAIce führt die Bestände über eigenes Lager, FBA und 3PL zusammen und hält sie kanalübergreifend aktuell.
So haben Sie zum Stichtag einen belastbaren Gesamtbestand und erkennen im Alltag frühzeitig, wo Ware knapp wird oder zum Ladenhüter zu werden droht. Die vorausschauende Sicht hilft, überalterte Bestände zu erkennen, bevor sie Kapital binden.
Statt am Jahresende mühsam zusammenzusuchen, arbeiten Sie durchgehend mit einem konsolidierten, aktuellen Bestand.
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Wie Sie Bestände operativ steuern und Fehlmengen vermeiden, zeigt der Beitrag Multichannel Bestandsmanagement 2026.
FAQ
Wann muss ich als Marktplatzhändler Inventur machen?
Die handelsrechtliche Inventurpflicht nach HGB gilt zum Geschäftsjahresende. Sie erfordert eine körperliche Bestandsaufnahme, also das tatsächliche Zählen und Erfassen Ihrer Ware. Das Ergebnis fließt in Jahresabschluss und Bilanz ein.
Zählt Ware in Amazon-Lagern zu meinem Bestand?
Ja. Auch Ware, die physisch in Amazon-Lagern liegt, zählt wirtschaftlich zu Ihrem eigenen Vorrat und muss in der Inventur erfasst werden. Dasselbe gilt für Bestände bei 3PL-Dienstleistern.
Was bedeutet das Niederstwertprinzip?
Nach dem Niederstwertprinzip setzen Sie den niedrigeren von Anschaffungswert und aktuellem Marktwert an. Liegt der Marktwert unter dem Einkaufspreis, ist der niedrigere Wert maßgeblich. So werden Bestände vorsichtig und nicht überhöht bewertet.
Ist FIFO für die Bewertung zulässig?
Ja. Verbrauchsfolge-Verfahren wie FIFO sind zulässig. Dabei gilt die zuerst eingekaufte Ware als zuerst verkauft, was beeinflusst, welche Einkaufspreise dem verbleibenden Bestand zugeordnet werden.
Was verlangen die GoBD für Bestandsdaten?
Die GoBD fordern nachvollziehbare und unveränderbare Aufzeichnungen. Bestände und Bewegungen müssen sich lückenlos und nachträglich prüfbar dokumentieren lassen. Formlose, änderbare Notizen genügen dieser Anforderung nicht.
Wie gehe ich mit Ladenhütern um?
Überalterte Ware sollten Sie rechtzeitig abwerten, statt sie mit vollem Wert zu führen. Das entspricht dem Niederstwertprinzip und verhindert, dass gebundenes Kapital in der Bilanz zu hoch ausgewiesen wird.
Wie unterstützt MarketplAIce bei der Bestandsführung?
MarketplAIce führt Bestände über eigenes Lager, FBA und 3PL zusammen und hält sie kanalübergreifend aktuell. So haben Sie zum Inventurstichtag einen belastbaren Gesamtbestand und erkennen im Alltag früh, wo Ware knapp wird oder zum Ladenhüter zu werden droht.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Gründer von MarketplAIce und seit über acht Jahren im Marktplatzgeschäft aktiv. Er kennt die Praxis von Amazon, Otto, Kaufland, eBay und Temu aus eigener Erfahrung und baut mit MarketplAIce die vorausschauende, kanalübergreifende KI-Plattform für Marktplatzhändler. Mehr zu seinem Hintergrund und der Arbeitsweise unter /expertise.
Dieser Beitrag ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
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