Kaufland Umweltaussagen 2026: Die EmpCo-Richtlinie
EmpCo-Richtlinie ab 27.09.2026: Was Kaufland-Händler bei Umweltaussagen wie 'klimaneutral' in Listings jetzt belegen müssen, um Abmahnungen zu vermeiden.

Die Kurzfassung: Ab dem 27. September 2026 gilt die EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825 unmittelbar. Sie verbietet unbelegte Umweltaussagen wie "klimaneutral", "umweltfreundlich" oder "nachhaltig hergestellt" in Werbung und Produktbeschreibungen, wenn diese nicht durch anerkannte Zertifizierungen, Audits oder überprüfbare Daten gestützt sind. Deutschland hat die Richtlinie bereits national umgesetzt — der Bundestag beschloss die Umsetzung am 19. Dezember 2025, die Verkündung im Bundesgesetzblatt erfolgte am 19. Februar 2026. Für Kaufland-Händler bedeutet das: Jede Umweltaussage in Titel, Bulletpoints, Beschreibung oder Produktbild braucht ab Ende September einen Beleg, sonst drohen Abmahnungen nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Selbstvergebene Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängige Zertifizierung sind dann tabu. MarketplAIce hilft Ihnen, betroffene Listings zu identifizieren und Ihre Produktdaten rechtzeitig vor dem Stichtag rechtssicher zu machen.
Dieser Leitfaden zeigt konkret, was auf Kaufland-Händler zukommt, welche Formulierungen jetzt riskant sind und wie Sie Ihre Listings in den kommenden Wochen absichern.
Was die EmpCo-Richtlinie konkret regelt
Die EmpCo-Richtlinie trägt den vollen Namen "Empowering Consumers for the Green Transition" und ist Teil eines größeren EU-Pakets gegen Greenwashing. Ziel ist es, Verbraucher vor irreführenden Umweltaussagen zu schützen, die sie zu einer Kaufentscheidung verleiten, ohne dass die Aussage tatsächlich überprüfbar ist.
Konkret verbietet die Richtlinie pauschale Umweltaussagen wie "grün", "klimafreundlich", "umweltschonend" oder "nachhaltig", wenn sie nicht durch belastbare Fakten unterlegt sind. Ein Siegel oder Zertifikat auf dem Produkt oder in der Produktbeschreibung reicht künftig nur, wenn es auf einem anerkannten, unabhängigen Zertifizierungssystem beruht. Selbst vergebene Labels ohne externe Prüfung fallen weg.
Für Kaufland-Händler ist das keine graue Theorie. Wer heute Formulierungen wie "klimaneutral verpackt", "100 Prozent nachhaltig" oder "umweltfreundliches Material" ohne Beleg im Listing stehen hat, muss diese bis zum Stichtag entweder mit Nachweisen unterlegen oder streichen. MarketplAIce erkennt solche Risikoformulierungen in Ihren Produktdaten und markiert sie für die Überarbeitung, bevor sie zum Abmahnrisiko werden.
Ab wann die Regeln greifen und was Deutschland bereits umgesetzt hat
Die EmpCo-Richtlinie selbst trat 2024 auf EU-Ebene in Kraft, ihre praktische Wirkung entfaltet sie jedoch erst mit dem Anwendungsstichtag am 27. September 2026. Bis dahin mussten die Mitgliedstaaten die Richtlinie in nationales Recht überführen.
In Deutschland ist dieser Prozess bereits abgeschlossen. Der Bundestag beschloss die Umsetzung der EmpCo-Richtlinie am 19. Dezember 2025, die Verkündung im Bundesgesetzblatt folgte am 19. Februar 2026. Damit steht der rechtliche Rahmen fest, mit dem Wettbewerbsverbände und Mitbewerber ab dem 27. September 2026 gegen unbelegte Umweltaussagen vorgehen können.
Für Kaufland-Händler bleibt damit ein überschaubares Zeitfenster bis zum Stichtag. Wer jetzt handelt, vermeidet die Torschlusspanik im September, wenn tausende Händler gleichzeitig ihre Listings überarbeiten und Zertifizierungsstellen ausgelastet sind. MarketplAIce priorisiert für Sie die Listings mit dem höchsten Abmahnrisiko, damit Sie die verbleibende Zeit gezielt nutzen.
Welche Formulierungen auf Kaufland jetzt riskant werden
Nicht jede Umweltaussage ist automatisch verboten. Entscheidend ist, ob sie belegbar ist. Drei Kategorien von Aussagen sind für Kaufland-Listings besonders relevant.
Erstens pauschale Klimaaussagen. "Klimaneutral" ist nur zulässig, wenn eine tatsächliche, überprüfbare Kompensation oder Reduktion nachgewiesen wird — reine Ausgleichszahlungen ohne echte Emissionsreduktion reichen künftig nicht mehr aus. Zweitens vage Materialaussagen wie "umweltfreundliches Material" oder "nachhaltig hergestellt" ohne konkrete Angabe, welcher Anteil des Produkts betroffen ist und wodurch das belegt wird.
Drittens selbst gestaltete Siegel. Viele Händler nutzen grüne Blätter-Icons oder selbst entworfene "Eco"-Symbole in ihren Produktbildern, ohne dass dahinter eine unabhängige Zertifizierung steckt. Genau das ist der Kern des EmpCo-Verbots: Nur Siegel anerkannter Zertifizierungssysteme wie Blauer Engel, EU Ecolabel oder branchenspezifische, geprüfte Standards bleiben zulässig. Prüfen Sie Ihre Produktbilder auf Kaufland ebenso wie Ihre Texte — die Richtlinie erfasst beides gleichermaßen.
In 6 Schritten Ihre Kaufland-Listings EmpCo-fest machen
So gehen Sie das Thema strukturiert an, bevor der Stichtag am 27. September 2026 näher rückt.
- Bestandsaufnahme: Exportieren Sie alle Kaufland-Listings mit Umweltaussagen in Titel, Bulletpoints, Beschreibung und Bildern.
- Risikobewertung: Sortieren Sie Formulierungen nach Risiko — pauschale Aussagen ohne Beleg zuerst bearbeiten.
- Nachweise sammeln: Prüfen Sie für jede Aussage, ob eine anerkannte Zertifizierung, ein Audit oder verifizierbare Daten vorliegen.
- Unbelegte Claims streichen oder präzisieren: Ersetzen Sie vage Begriffe durch konkrete, messbare Angaben mit Quelle.
- Bilder prüfen: Entfernen Sie selbst gestaltete Öko-Siegel ohne unabhängige Zertifizierung aus Produktbildern.
- Vor dem Stichtag testen: Lassen Sie überarbeitete Listings vor dem 27. September 2026 final gegenspiegeln, idealerweise mit rechtlicher Zweitmeinung bei Grenzfällen.
Warum Abmahnrisiko und nicht nur Bußgeld das Thema ist
Anders als bei manchen EU-Vorgaben ist die Durchsetzung der EmpCo-Regeln in Deutschland nicht in erster Linie eine Behördenangelegenheit. Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb erlaubt es Wettbewerbsverbänden und Mitbewerbern, unbelegte Umweltaussagen direkt abzumahnen. Das bedeutet: Es braucht keine behördliche Kontrolle, damit ein Verstoß teuer wird.
Für Kaufland-Händler mit vielen aktiven SKUs multipliziert sich dieses Risiko schnell. Ein einzelnes riskantes Wort wie "klimaneutral" in mehreren Listings kann mehrere Abmahnungen gleichzeitig auslösen, wenn ein Wettbewerbsverband systematisch prüft. Die Kosten liegen dabei nicht nur in der Abmahnung selbst, sondern auch im Aufwand für die anschließende Unterlassungserklärung und mögliche Folgeprozesse.
Deshalb lohnt sich die präventive Überarbeitung mehr als das Abwarten auf den ersten Beschwerdefall. MarketplAIce durchsucht Ihre Kaufland-Produktdaten systematisch nach Risikoformulierungen und schlägt rechtssichere Alternativtexte vor, sodass Sie nicht jedes Listing manuell durchgehen müssen. Wie Sie Ihre Kaufland-Produktdaten insgesamt sauber strukturieren, zeigt der Leitfaden zu Produktdaten und Kategorien.
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Was auf Kaufland weiterhin erlaubt bleibt
Die EmpCo-Richtlinie verbietet nicht jede Umweltaussage, sondern nur unbelegte. Wer tatsächlich in nachhaltige Materialien, Lieferketten oder Verpackungen investiert hat, darf das weiterhin kommunizieren — allerdings konkreter als bisher.
Statt "umweltfreundliches Material" ist künftig eine präzise Angabe gefragt, etwa der genaue Rezyklatanteil mit Prüfnachweis oder ein anerkanntes Zertifikat mit nachvollziehbarer Vergabestelle. Diese Präzisierung ist mehr Aufwand, schafft aber auch Differenzierung: Händler, die ihre Umweltaussagen jetzt sauber belegen, heben sich von der Konkurrenz ab, die pauschale Formulierungen einfach streicht.
Für Kaufland-Listings bedeutet das eine Chance. Wer frühzeitig auf konkrete, geprüfte Aussagen umstellt, wirkt glaubwürdiger als Wettbewerber, die im September in Torschlusspanik alle Umweltbegriffe entfernen. MarketplAIce unterstützt Sie dabei, aus vagen Claims präzise, belegbare Formulierungen zu machen, die sowohl rechtssicher als auch verkaufsstark sind. Einen Überblick über die generellen Kaufland-Gebühren und den Rahmen für Ihr Geschäft dort liefert der Kaufland Gebühren-Guide 2026.
In der Praxis: So gehen Sie die nächsten Wochen an
Der Zeitraum bis zum 27. September 2026 sollte nicht ungenutzt verstreichen. Beginnen Sie jetzt mit der Bestandsaufnahme, denn die Überarbeitung vieler Listings braucht Zeit — insbesondere wenn Sie externe Zertifizierungen erst noch einholen müssen. Zertifizierungsstellen werden im Spätsommer 2026 voraussichtlich stark ausgelastet sein, wenn viele Händler gleichzeitig aktiv werden.
Legen Sie intern fest, wer für die Freigabe neuer Umweltaussagen zuständig ist, und dokumentieren Sie jede Aussage mit ihrer Quelle. Das schützt Sie nicht nur vor Abmahnungen, sondern auch bei einer möglichen Rückfrage durch Kaufland selbst, das als Plattform ebenfalls ein Interesse an rechtssicheren Angeboten hat.
Nutzen Sie die Umstellung außerdem als Anlass, Ihre gesamte Produktdatenqualität auf Kaufland zu prüfen. Häufig hängen unklare Umweltaussagen mit generell unvollständigen oder veralteten Produktdaten zusammen. MarketplAIce verbindet die Listing-Optimierung mit der laufenden Überwachung Ihrer Produktdaten über alle Marktplätze hinweg, sodass Sie solche Risiken künftig nicht erst kurz vor einem Stichtag entdecken.
Konkrete Beispiele: So formulieren Sie Umweltaussagen neu
Abstrakte Regeln helfen wenig, wenn Sie konkret vor einem Kaufland-Listing sitzen. Ein paar Beispiele zeigen, wie sich riskante Formulierungen in belegbare Aussagen übersetzen lassen. Statt "umweltfreundliches Material" schreiben Sie präziser: "Verpackung aus 80 Prozent Recyclingpapier, geprüft nach [konkreter Standard]". Der Unterschied liegt in der Überprüfbarkeit — eine Prozentangabe mit Prüfnachweis hält einer Abmahnung stand, eine pauschale Behauptung nicht.
Statt "klimaneutral" ohne weitere Angabe empfiehlt sich entweder der vollständige Verzicht auf den Begriff oder eine transparente Erläuterung, welcher Anteil der Lieferkette tatsächlich emissionsfrei ist und welcher über zertifizierte Kompensation ausgeglichen wird. Reine Kompensationszahlungen ohne echte Reduktion gelten künftig als besonders angreifbar, weil sie den Eindruck einer tatsächlichen Emissionsvermeidung erwecken, die so nicht stattfindet.
Auch Formulierungen wie "nachhaltig produziert" oder "grüne Herstellung" sollten Sie durch konkrete Fakten ersetzen, etwa Angaben zum Energiemix der Produktion oder zu eingesetzten Rohstoffen mit Herkunftsnachweis. Wenn Sie für solche Aussagen keine belastbaren Daten vorliegen haben, ist die ehrlichste und rechtssicherste Lösung, die Aussage schlicht wegzulassen, statt sie zu beschönigen. Ein Listing ohne Umweltaussage ist rechtlich unproblematisch — ein Listing mit unbelegter Aussage ist ein Abmahnrisiko.
Diese Beispiele zeigen auch, warum eine pauschale "Alles streichen"-Strategie nicht immer die beste Lösung ist. Wer tatsächlich belegbare Fortschritte gemacht hat, verschenkt mit dem ersatzlosen Streichen einen echten Differenzierungsvorteil gegenüber Wettbewerbern. MarketplAIce unterstützt Sie dabei, für jede betroffene Formulierung die passende, belegbare Alternative vorzuschlagen, statt pauschal jede Umweltaussage zu entfernen.
Zusammenspiel mit anderen Kennzeichnungspflichten im Online-Handel
Die EmpCo-Richtlinie steht nicht isoliert, sondern ergänzt bestehende Kennzeichnungs- und Informationspflichten im Online-Handel. Für Kaufland-Händler, die bereits Vorgaben aus der EU-Produktsicherheitsverordnung, dem Verpackungsgesetz oder der Textilkennzeichnung beachten, kommt mit der EmpCo-Richtlinie eine weitere Ebene hinzu, die speziell auf werbliche Umweltaussagen zielt.
Sinnvoll ist es deshalb, die Überarbeitung Ihrer Listings nicht isoliert für Umweltaussagen durchzuführen, sondern als Teil einer umfassenderen Prüfung Ihrer Produktdaten auf Kaufland. So stellen Sie sicher, dass Pflichtangaben, Sicherheitshinweise und Umweltaussagen konsistent zueinander stehen und keine widersprüchlichen oder doppelt riskanten Formulierungen im selben Listing auftauchen.
Für Händler mit großem Sortiment lohnt sich außerdem eine feste Prüfroutine bei der Neuanlage von Listings, damit künftige Produkte von vornherein EmpCo-konform formuliert werden, statt nachträglich korrigiert werden zu müssen. Diese präventive Herangehensweise spart auf lange Sicht deutlich mehr Aufwand als eine einmalige große Korrekturaktion kurz vor dem Stichtag.
FAQ
Ab wann gilt die EmpCo-Richtlinie für Kaufland-Händler?
Die Richtlinie ist ab dem 27. September 2026 unmittelbar anwendbar. Deutschland hat die nationale Umsetzung bereits abgeschlossen — der Bundestag beschloss sie am 19. Dezember 2025, verkündet wurde sie am 19. Februar 2026 im Bundesgesetzblatt.
Welche Begriffe sind ab September 2026 riskant?
Pauschale, unbelegte Aussagen wie "klimaneutral", "umweltfreundlich" oder "nachhaltig hergestellt" sind riskant, wenn keine Nachweise vorliegen. Erlaubt bleiben konkrete, mit anerkannten Zertifikaten oder überprüfbaren Daten belegte Aussagen.
Sind selbst gestaltete Öko-Siegel auf Produktbildern noch erlaubt?
Nein, selbstvergebene Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängige Zertifizierung gehören ab dem Stichtag der Vergangenheit an. Nur Siegel anerkannter Zertifizierungssysteme wie der Blaue Engel oder das EU Ecolabel bleiben zulässig.
Was passiert bei einem Verstoß gegen die EmpCo-Vorgaben?
In Deutschland setzt vor allem das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb den Rahmen. Wettbewerbsverbände oder Mitbewerber können unbelegte Umweltaussagen direkt abmahnen, was Kosten für Unterlassungserklärung und mögliche Folgeprozesse nach sich zieht.
Muss ich alle Umweltaussagen aus meinen Kaufland-Listings streichen?
Nein, belegte Aussagen dürfen bestehen bleiben. Wichtig ist, vage Formulierungen durch konkrete, mit Nachweisen unterlegte Angaben zu ersetzen statt pauschal zu löschen — das schafft sogar Differenzierung gegenüber Wettbewerbern.
Wie finde ich alle betroffenen Listings in meinem Kaufland-Katalog?
MarketplAIce durchsucht Ihre Produktdaten systematisch nach Risikoformulierungen in Texten und markiert betroffene Listings zur Überarbeitung, statt dass Sie jeden Artikel manuell prüfen müssen.
Betrifft die EmpCo-Richtlinie auch andere Marktplätze außer Kaufland?
Ja, die Richtlinie gilt kanalübergreifend für jede Werbung und Produktbeschreibung im EU-Raum, also auch für Amazon, Otto, eBay und Temu. MarketplAIce prüft Ihre Umweltaussagen deshalb über alle angebundenen Marktplätze hinweg.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Gründer von MarketplAIce und bringt über acht Jahre Erfahrung im Amazon- und Marktplatz-Advertising mit. Mit MarketplAIce baut er eine KI-Plattform, die Gebote, Listings und Preise kanalübergreifend vorausschauend steuert. Mehr zu seiner Expertise finden Sie unter /expertise.
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