Amazon PPC Kampagnen-Audit Checkliste 2026
Amazon PPC Kampagnen-Audit 2026: Mit dieser Checkliste durchleuchtest du ein Werbekonto in unter zwei Stunden — Struktur, Suchbegriffe, Platzierungen, Budget.

Die Kurzfassung: Ein Amazon PPC Kampagnen-Audit dauert 2026 keine zwei Tage, sondern unter zwei Stunden — wenn du in einer festen Reihenfolge vorgehst und nicht in Detailoptimierungen abbiegst. Die Reihenfolge lautet: erst Kontostruktur und Namenslogik prüfen, dann Budgetverteilung gegen Umsatzverteilung spiegeln, dann den Suchbegriffsbericht der letzten 60 Tage nach Verschwendung durchsuchen, dann die Negativlisten auf Vollständigkeit und auf falsch gesetzte Ausschlüsse checken, dann die Platzierungsberichte auswerten, und zum Schluss Zombie-Kampagnen identifizieren — also Kampagnen, die Budget binden, aber weder Klicks noch Umsatz liefern. Das Ergebnis ist kein Bericht, sondern eine priorisierte Maßnahmenliste mit maximal zehn Punkten. Wer die Auswertung danach nicht dauerhaft manuell fahren will, koppelt sie an ein prädiktives System wie MarketplAIce, das Gebotsbedarf und Nachfrage fünf Tage im Voraus rechnet.
Warum das Audit vor jeder Optimierung kommt
Der häufigste Fehler bei der Übernahme eines Werbekontos ist der sofortige Eingriff. Du siehst einen ACoS von 48 Prozent, senkst Gebote — und wunderst dich zwei Wochen später, warum der Umsatz um dreißig Prozent eingebrochen ist.
Ein Audit beantwortet zuerst eine andere Frage: Wo genau entsteht die Verschwendung, und wo entsteht der Umsatz? In fast jedem Konto sind das zwei unterschiedliche Orte.
Der zweite Grund ist kommerziell. Ein strukturiertes Audit ist das beste Verkaufsinstrument, das du als Agentur hast. Es zeigt dem Kunden in Zahlen, was schiefläuft, ohne dass du irgendetwas behaupten musst.
Der dritte Grund ist Selbstschutz. Wenn du ohne Bestandsaufnahme optimierst, übernimmst du die Fehler des Vorgängers als deine eigenen. Nach vier Wochen kann niemand mehr trennen, was von wem stammt.
Halte das Audit deshalb streng getrennt von der Umsetzung. In der Audit-Phase änderst du nichts. Du dokumentierst nur.
Block 1: Kontostruktur und Namenslogik
Starte immer bei der Struktur, nicht bei den Zahlen. Öffne die Kampagnenübersicht und sortiere nach Ausgaben, absteigend.
Prüfe zuerst, ob es überhaupt eine erkennbare Logik gibt. Eine belastbare Struktur trennt mindestens nach Kampagnentyp, nach Funnelstufe und nach Produktgruppe. Wenn du in den Kampagnennamen keine dieser drei Dimensionen erkennst, hast du deinen ersten Befund.
Achte auf ein Warnsignal, das häufig übersehen wird: Kampagnen auf Eltern-SKUs. Eltern-Varianten sind nicht bewerbbar und laufen als nicht anzeigenfähig — das Budget ist dann formal zugeteilt, wird aber nie ausgeliefert. Jede Kampagne muss auf eine Kind-Variante zielen.
Zähle danach die Anzeigengruppen je Kampagne. Mehr als drei bis vier Anzeigengruppen pro Kampagne machen die Budgetsteuerung unmöglich, weil das Budget auf Kampagnenebene liegt, die Performance aber auf Anzeigengruppenebene entsteht.
Prüfe zum Schluss die Portfolios. Wenn keine Portfolios angelegt sind oder alle Kampagnen in einem einzigen liegen, fehlt dir die Ebene, auf der du Budgets später gebündelt steuern kannst.
Notiere außerdem, welche Kampagnentypen überhaupt genutzt werden. Ein Konto, das ausschließlich Sponsored Products fährt, hat kein Optimierungsproblem, sondern eine strategische Lücke.
Umgekehrt gilt: Wenn Sponsored Display und Sponsored Brands laufen, aber niemand ihre Zielsetzung benennen kann, sind sie Kostenstellen ohne Auftrag. Frag beim Kunden gezielt nach, welche Rolle jeder Typ spielen soll.
Der letzte Strukturbefund betrifft die Zieldefinition. Wenn Marken- und Nicht-Marken-Traffic in denselben Kampagnen liegen, ist jede ACoS-Zahl im Konto wertlos, weil sie einen billigen Markenklick mit einem teuren Neukundenklick mischt.
In 8 Schritten durch das Audit
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Zeitraum und Datenbasis festlegen: Zieh dir Kampagnen-, Suchbegriffs-, Platzierungs- und Zielgruppenbericht für die letzten 60 Tage. 30 Tage sind bei Nischenprodukten zu wenig Datenbasis, 90 Tage verwässern saisonale Effekte. Notiere den Zeitraum im Auditdokument, damit alle Zahlen später vergleichbar bleiben.
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Struktur und Namenslogik dokumentieren: Erfasse Kampagnentypen, Anzahl der Anzeigengruppen, Portfolio-Zuordnung und offensichtliche Strukturbrüche. Markiere jede Kampagne, die auf eine Eltern-SKU zielt. Dieser Schritt dauert 15 Minuten und liefert oft die Hälfte der späteren Maßnahmen.
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Budget gegen Umsatz spiegeln: Stell die Top-10-Kampagnen nach Ausgaben den Top-10-Kampagnen nach Werbeumsatz gegenüber. Jede Kampagne, die in der Ausgabenliste steht, aber nicht in der Umsatzliste, ist ein Kandidat. Das ist die schnellste Methode, um Fehlallokation sichtbar zu machen.
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Suchbegriffsbericht nach Verschwendung filtern: Filtere alle Suchbegriffe mit Klicks über einem definierten Schwellenwert und null Bestellungen. Der Schwellenwert richtet sich nach der Conversion-Rate des Kontos — bei zehn Prozent sind zwanzig Klicks ohne Bestellung ein klares Signal. Summiere die Ausgaben dieser Zeile, das ist deine quantifizierte Verschwendung.
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Negativlisten in beide Richtungen prüfen: Schau nicht nur, ob negiert wurde, sondern auch, ob zu viel negiert wurde. Falsch gesetzte Phrase-Negatives blockieren regelmäßig ganze Keyword-Cluster, ohne dass es jemandem auffällt. Prüfe insbesondere Negatives, die auf Kampagnenebene liegen und dort ungewollt gut laufende Anzeigengruppen ausbremsen.
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Platzierungen auswerten: Vergleiche im Platzierungsbericht die Performance von "Top of Search", "Rest of Search" und "Product Pages" je Kampagne. Wenn Top of Search deutlich besser konvertiert, aber keine Platzierungsanpassung gesetzt ist, liegt hier ungenutztes Potenzial. Umgekehrt gilt: Eine hohe prozentuale Anpassung auf eine schlecht konvertierende Platzierung ist aktiver Geldverlust.
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Zombie-Kampagnen identifizieren: Liste alle aktiven Kampagnen mit weniger als einer definierten Mindestzahl an Impressionen im Auditzeitraum. Prüfe bei jeder, ob das Gebot unter der Marktgrenze liegt, das Budget bei null steht oder die beworbenen ASINs gar nicht mehr verfügbar sind. Diese Kampagnen kosten selten Geld, aber sie zerstören die Übersicht.
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Maßnahmen priorisieren und deckeln: Übertrage alle Befunde in eine Liste mit maximal zehn Punkten, sortiert nach eingespartem Budget pro Aufwandsstunde. Alles darüber hinaus landet in einem Backlog, nicht im Maßnahmenplan. Ein Audit, das dreißig Aufgaben produziert, wird nie umgesetzt.
Block 2: Der Suchbegriffsbericht als Schatzkarte
Der Suchbegriffsbericht ist der wertvollste Report im Konto — und der am seltensten richtig gelesene. Die meisten schauen nur auf die schlechten Suchbegriffe. Der Bericht hat aber zwei Seiten.
Auf der Verschwendungsseite suchst du Klicks ohne Bestellungen. Sortiere nach Ausgaben absteigend und filtere auf null Bestellungen. Diese Liste ist deine Negativierungsgrundlage.
Achte dabei auf Muster statt auf Einzelbegriffe. Wenn dreißig Suchbegriffe alle das Wort "gebraucht", "günstig" oder einen Wettbewerbsmarkennamen enthalten, negierst du nicht dreißig Begriffe, sondern eine Phrase. Das spart Pflegeaufwand und wirkt sofort auf neue Varianten.
Auf der Erntesseite suchst du das Gegenteil: Suchbegriffe aus automatischen Kampagnen, die bereits konvertieren, aber noch nicht als exaktes Keyword in einer manuellen Kampagne liegen. Diese Begriffe gehören umgezogen, damit du das Gebot gezielt steuern kannst.
Prüfe außerdem, ob überhaupt eine Erntestruktur existiert. Wenn ein Konto seit einem Jahr läuft und alle manuellen Kampagnen dieselben zwanzig Keywords enthalten wie am ersten Tag, wurde nie geerntet.
Wie du aus dieser Systematik dauerhaft eine niedrigere Kostenquote machst, beschreibt unser Leitfaden zum ACoS senken.
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Block 3: Platzierungen und Budgetverteilung
Der Platzierungsbericht ist der Bereich mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Er zeigt dir, wo innerhalb der Ergebnisseite dein Geld landet.
Top of Search ist in den meisten Kategorien die teuerste und gleichzeitig die am besten konvertierende Platzierung. Das heißt aber nicht, dass eine hohe Anpassung immer richtig ist. Rechne pro Kampagne den ACoS je Platzierung aus und entscheide erst danach.
Ein häufiger Befund: Kampagnen mit einer Anpassung von mehreren hundert Prozent auf Top of Search, die vor Monaten in einer Launch-Phase gesetzt und nie zurückgenommen wurde. Das Gebot wird dadurch vervielfacht, ohne dass jemand es im Gebotsfeld sieht.
Bei der Budgetverteilung prüfst du drei Dinge. Erstens: Welche Kampagnen laufen regelmäßig ins Tageslimit? Zweitens: Welche Kampagnen schöpfen ihr Budget nie aus? Drittens: Passt das Verhältnis von Marken- zu Nicht-Marken-Budget zur Strategie des Kunden?
Kampagnen, die täglich ins Limit laufen, sind entweder unterfinanziert oder falsch strukturiert. Beides ist ein Befund, aber mit unterschiedlicher Konsequenz. Die Systematik dahinter findest du im Detail unter Amazon PPC Budget-Management.
Zombie-Kampagnen und stille Budgetbinder
Zombie-Kampagnen sind aktive Kampagnen ohne nennenswerte Auslieferung. Sie tauchen in jeder Übersicht auf, verzerren jede Durchschnittsbetrachtung und kosten Zeit bei jeder Analyse.
Die häufigsten Ursachen sind vier. Das Gebot liegt unter dem Marktniveau der Kategorie, sodass keine Auktion gewonnen wird. Das Tagesbudget steht bei einem symbolischen Betrag. Die beworbene ASIN ist nicht mehr Buy-Box-fähig oder ausverkauft. Oder ein Negative-Keyword blockiert die eigenen Ziel-Keywords.
Prüfe jeden dieser vier Punkte, bevor du eine Kampagne pausierst. Eine Kampagne mit gutem historischem ACoS, die nur wegen eines fehlerhaften Ausschlusses steht, willst du reparieren und nicht löschen.
Der zweite stille Budgetbinder sind Kampagnen ohne Enddatum, die zu einer abgeschlossenen Aktion gehören. Prime-Day- oder Weihnachtskampagnen aus dem Vorjahr laufen erstaunlich oft weiter — mit aggressiven Geboten und ohne Anlass.
Ein Konto mit 120 Kampagnen, von denen 40 Zombies sind, fühlt sich für den Kunden nach viel Arbeit an. Tatsächlich macht es jede Auswertung schwerer und jede Entscheidung langsamer.
Achte beim Aufräumen auf eine Regel: Pausieren statt löschen. Gelöschte Kampagnen nehmen ihre Historie mit, und die brauchst du beim nächsten Audit als Vergleichsbasis.
Dokumentiere zu jeder pausierten Kampagne den Grund in einer Zeile. Beim nächsten Onboardinggespräch oder beim Wechsel des Kundenverantwortlichen ist genau das die Information, die sonst verloren geht.
Vom Audit zum Maßnahmenplan
Das Audit ist erst fertig, wenn aus Befunden Entscheidungen geworden sind. Nimm dafür die letzten zwanzig Minuten und sortiere alles nach eingespartem oder zusätzlich erwirtschaftetem Budget je Aufwandsstunde.
Ganz oben stehen fast immer die Negativierungen, weil sie sofort wirken und wenig Risiko tragen. Danach kommen Platzierungsanpassungen, dann Budgetumschichtungen, dann Strukturänderungen. Strukturarbeit ist wichtig, aber sie zahlt später und braucht Abstimmung.
Formuliere jede Maßnahme mit erwarteter Wirkung und Messpunkt. "Negatives setzen" ist keine Maßnahme, "18 Phrase-Negatives in vier Auto-Kampagnen, erwartete Ersparnis auf Basis der letzten 60 Tage, Kontrolle nach 14 Tagen" ist eine.
Der ehrliche Teil kommt danach: Ein Audit ist eine Momentaufnahme. Nach sechs Wochen ist ein Teil der Befunde wieder da, weil sich Suchverhalten, Wettbewerb und Nachfrage verschoben haben.
Genau deshalb koppeln immer mehr Agenturen das wiederkehrende Audit an eine prädiktive Steuerung. MarketplAIce rechnet Nachfrage und Gebotsbedarf über 15 Dimensionen fünf Tage im Voraus und schlägt Anpassungen vor, bevor die Abweichung im Bericht sichtbar wird. Klassische Werkzeuge wie Helium10 oder Perpetua werten dagegen aus, was bereits passiert ist — das Audit bleibt dann eine reine Nachschau.
Für dich als Agentur heißt das praktisch: Das manuelle Audit machst du beim Onboarding und danach quartalsweise. Die laufende Kontrolle zwischen den Audits übernimmt das System.
FAQ
Wie lange dauert ein Amazon PPC Audit wirklich?
Mit fester Reihenfolge und vorbereiteten Reports liegt ein Konto mittlerer Größe bei 90 bis 120 Minuten. Länger wird es nur, wenn du während des Audits schon optimierst. Trenne beides strikt.
Welchen Zeitraum sollte ich für das Audit auswerten?
60 Tage sind der beste Kompromiss. 30 Tage liefern bei Nischenprodukten zu wenig Klicks für belastbare Aussagen, 90 Tage vermischen saisonale Phasen und Aktionszeiträume.
Soll ich während des Audits schon Änderungen vornehmen?
Nein. Sammle alle Befunde und setze sie gebündelt um. Wenn du parallel änderst, kannst du später nicht mehr trennen, welche Zahl aus dem Audit stammt und welche aus deinem Eingriff.
Wie erkenne ich zu aggressive Negativierung?
Prüfe, ob Impressionen einer Kampagne ohne Gebotsänderung eingebrochen sind, und gleiche das mit dem Anlagedatum der Negatives ab. Besonders Phrase-Negatives auf kurzen, generischen Wörtern blockieren regelmäßig ganze Keyword-Cluster mit.
Was mache ich mit Kampagnen ohne Impressionen?
Erst diagnostizieren, dann handeln. Prüfe Gebotshöhe, Tagesbudget, Verfügbarkeit der ASIN und blockierende Negatives — pausiere erst, wenn keiner dieser vier Punkte die Ursache ist.
Wie oft sollte eine Agentur ein Konto auditieren?
Beim Onboarding immer, danach quartalsweise. Zwischen den Audits braucht es eine laufende Kontrolle, sonst sind die Befunde nach sechs Wochen wieder da.
Ersetzt ein Tool das manuelle Audit?
Nein, aber es verkürzt es deutlich und hält das Ergebnis stabil. MarketplAIce prognostiziert Nachfrage und Gebotsbedarf fünf Tage im Voraus und liefert Anpassungsvorschläge laufend — das manuelle Audit brauchst du weiterhin für Struktur, Strategie und Kundenkommunikation.
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Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Gründer von MarketplAIce und Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH. Er arbeitet seit über acht Jahren mit Amazon Advertising und hat in dieser Zeit Werbekonten für Händler und Agenturen im DACH-Raum aufgebaut, übernommen und saniert. Aus den wiederkehrenden Mustern dieser Audits ist MarketplAIce entstanden — eine prädiktive Plattform, die Gebote, Preise und Listings fünf Tage im Voraus steuert. Mehr zu seinem Hintergrund und der Arbeitsweise findest du unter mehr zur Expertise.