Amazon Pan-EU FBA 2026: Neue Pflichten seit September
Seit 3.9.2026 ist ein aktives Amazon.nl-Angebot für Pan-EU FBA Pflicht, auch für Bestandsware. Was Sie jetzt prüfen und einrichten müssen.

Die Kurzfassung: Seit dem 3. September 2026 verlangt Amazon für Pan-EU FBA ein aktives Angebot auf Amazon.nl — und diese Pflicht gilt jetzt nicht mehr nur für neu eingestellte Produkte, sondern für den gesamten Pan-EU-Bestand. Nicht-EU-Verkäufer müssen zusätzlich MRN und EORI für neue EU-Wareneingänge angeben. Für Sie als Händler heißt das: Bestandsartikel, die bislang ohne aktives Angebot in den Niederlanden liefen, riskieren jetzt den Verlust von Pan-EU-Vorteilen wie kostenlosem grenzüberschreitendem Lagerbestand. Ab dem 26. Februar 2027 kommt mit Belgien eine weitere Pflichtangabe hinzu. Dieser Leitfaden zeigt, was konkret zu tun ist und wie Sie mit einer prädiktiven Lösung wie MarketplAIce verhindern, dass Bestandsartikel unbemerkt aus dem Pan-EU-Programm fallen.
Was sich am 3. September 2026 geändert hat
Amazon hatte die Pflicht zum aktiven Amazon.nl-Angebot für Pan-EU FBA bereits zuvor eingeführt, allerdings zunächst nur für neu hinzugefügte Produkte. Seit dem 3. September 2026 gilt die Regel rückwirkend für den kompletten Pan-EU-Bestand — also auch für ASINs, die schon länger im Programm laufen.
Die Prüfung erfolgt auf ASIN- beziehungsweise Produktebene. Fehlt ein aktives Angebot auf Amazon.nl für ein Produkt, das über Pan-EU FBA gelistet ist, riskieren Sie für genau dieses Produkt den Verlust der Pan-EU-Vorteile — allen voran den kostenlosen grenzüberschreitenden Warenversand zwischen den europäischen Amazon-Lagern.
Parallel dazu müssen nicht in der EU ansässige Pan-EU-Händler für neue Wareneingänge in die EU eine MRN (Movement Reference Number) und eine EORI-Nummer angeben. Beide Angaben sind Teil der zollrechtlichen Nachweispflicht beim Import und werden von Amazon im Rahmen der FBA-Einlagerung abgefragt.
Warum Amazon die Anforderungen verschärft
Pan-EU FBA funktioniert nur, wenn Amazon Ihre Bestände flexibel zwischen den Lagern in mehreren EU-Ländern verschieben kann, um Lieferzeiten zu verkürzen. Ein aktives Angebot in jedem beteiligten Land ist die Voraussetzung dafür, dass Amazon dort tatsächlich lokal ausliefern und die Umsatzsteuerpflichten korrekt zuordnen kann.
Die Ausweitung auf Bestandsware schließt eine Lücke: Händler, die ihre Pan-EU-Teilnahme ursprünglich mit aktivem NL-Angebot gestartet, das Angebot später aber deaktiviert hatten, blieben bislang oft unbemerkt im Programm. Mit der neuen Regel gleicht Amazon Neu- und Bestandsware an.
Die MRN/EORI-Pflicht wiederum hängt mit den verschärften Zollnachweisen für Nicht-EU-Importe zusammen, die 2026 EU-weit an mehreren Stellen greifen — etwa auch bei der neuen Bearbeitungsgebühr für Importsendungen, die ab November 2026 diskutiert wird. Amazon reicht diese Nachweispflicht an die Verkäufer weiter, die als Einführer auftreten.
Was Sie nach der Umstellung konkret prüfen müssen
Der wichtigste Schritt ist eine vollständige Bestandsprüfung: Welche Ihrer Pan-EU-ASINs haben aktuell ein aktives, kaufbares Angebot auf Amazon.nl? Ein "aktiv" bedeutet hier nicht nur gelistet, sondern tatsächlich bestellbar mit Bestand und gültigem Preis.
Für ASINs ohne aktives NL-Angebot müssen Sie entscheiden: entweder das Angebot in den Niederlanden aktivieren, inklusive niederländischer Umsatzsteuer-Registrierung, falls noch nicht vorhanden, oder das betroffene Produkt bewusst aus Pan-EU FBA herausnehmen und auf lokale Lagerprogramme umstellen.
Nicht-EU-Verkäufer sollten zusätzlich ihre Importprozesse mit dem Zolldienstleister oder Spediteur abstimmen, damit MRN und EORI bei jedem neuen EU-Wareneingang vollständig und korrekt an Amazon übermittelt werden. Fehlende Angaben können zu Verzögerungen bei der Einlagerung führen.
In 6 Schritten Pan-EU-konform bleiben
- Bestandsliste exportieren: Ziehen Sie eine vollständige Liste aller ASINs, die aktuell über Pan-EU FBA gelistet sind, aus Seller Central.
- NL-Angebotsstatus prüfen: Kontrollieren Sie für jede ASIN einzeln, ob auf Amazon.nl ein aktives, bestellbares Angebot mit Bestand existiert.
- Lücken schließen oder Produkt herausnehmen: Aktivieren Sie fehlende NL-Angebote inklusive USt-Registrierung, oder entfernen Sie das betroffene Produkt bewusst aus dem Pan-EU-Programm.
- MRN/EORI-Prozess abstimmen: Klären Sie mit Ihrem Zolldienstleister, dass MRN und EORI bei jedem neuen EU-Wareneingang vollständig an Amazon übermittelt werden.
- Belgien-Frist vormerken: Planen Sie bereits jetzt die für den 26. Februar 2027 angekündigte Produktregistrierungspflicht für Belgien ein.
- Laufende Kontrolle einrichten: Überwachen Sie den NL-Angebotsstatus dauerhaft, statt ihn einmalig zu prüfen — Angebote können durch Preisänderungen oder Bestandslücken unbemerkt inaktiv werden.
Das Risiko liegt im unbemerkten Wegfall
Das eigentliche Problem an dieser Änderung ist selten die Regel selbst, sondern das unbemerkte Abweichen davon. Ein NL-Angebot kann durch einen ausverkauften Bestand, eine automatische Preisanpassung oder eine Repricing-Regel inaktiv werden, ohne dass Sie es sofort bemerken — und genau in diesem Moment verlieren Sie für das betroffene Produkt die Pan-EU-Vorteile.
MarketplAIce wurde für genau solche kanalübergreifenden Abhängigkeiten gebaut. Die Plattform überwacht Ihre Angebote prädiktiv über 15 Dimensionen hinweg und zeigt bis zu fünf Tage im Voraus an, wenn sich Bestand, Preis oder Verfügbarkeit in eine kritische Richtung entwickeln — bevor ein Pan-EU-Angebot tatsächlich inaktiv wird. Das gilt kanalübergreifend für Amazon, Otto, Kaufland, eBay und Temu, sodass Sie nicht jede Plattform einzeln manuell prüfen müssen.
Gerade Händler mit großem Pan-EU-Bestand profitieren davon, diese Kontrolle zu automatisieren, statt jede ASIN einzeln in Seller Central zu prüfen. Mehr zu den Grundlagen des Programms lesen Sie im Beitrag zu Amazon Pan-EU: Europaweiter Versand richtig nutzen.
Typische Fehler bei der Umstellung
Ein häufiger Fehler ist, die Prüfung nur einmalig durchzuführen und danach als erledigt zu betrachten. Der NL-Angebotsstatus ist keine statische Einstellung, sondern hängt von Bestand, Preisregeln und teils automatisiertem Repricing ab. Ein Produkt, das heute ein aktives Angebot hat, kann morgen durch eine Bestandslücke aus dem Programm fallen.
Ein zweiter Fehler betrifft die Reihenfolge: Manche Händler deaktivieren zunächst das NL-Angebot, um kurzfristig Kosten zu sparen, und vergessen dabei, das betroffene Produkt gleichzeitig formal aus Pan-EU FBA herauszunehmen. Das Ergebnis sind ASINs, die weiterhin als Pan-EU gelistet sind, aber die Anforderung nicht mehr erfüllen — ein Zustand, den Amazon nach der Verschärfung vom 3. September deutlich konsequenter aufdeckt.
Drittens unterschätzen viele Nicht-EU-Verkäufer den Vorlauf, den eine korrekte MRN/EORI-Übermittlung braucht. Wer diese Abstimmung mit dem Zolldienstleister erst bei der nächsten Einlagerung angeht, riskiert Verzögerungen genau dann, wenn Bestand dringend gebraucht wird, etwa vor saisonalen Spitzen.
Zusammenhang mit der FBM-Lieferquote
Parallel zur Pan-EU-Verschärfung hat Amazon 2026 auch die Anforderungen an die pünktliche Lieferquote im FBM-Versand verschärft. Beide Änderungen verfolgen dasselbe Ziel: verlässlichere Lieferzeiten für Käufer, durchgesetzt über automatisierte Kontrollen statt manueller Stichproben. Wie Sie Ihre FBM-Lieferquote im Griff behalten, erklärt der Beitrag zur Amazon FBM On-Time Delivery Rate.
Wer beide Bereiche gemeinsam überwacht, reduziert das Risiko, durch eine einzelne übersehene Kennzahl gleich mehrere Programme oder Vorteile zu verlieren.
Mit MarketplAIce behalten Sie Ihren Pan-EU-Status automatisch im Blick, statt ASIN für ASIN manuell zu kontrollieren. Testen Sie die Plattform 14 Tage kostenlos unter app.marketplaice.io/registrieren oder vergleichen Sie die Tarife unter marketplaice.io/de/preise.
FAQ
Ab wann gilt die neue Pan-EU-FBA-Regel für Bestandsware?
Seit dem 3. September 2026 gilt die Pflicht zum aktiven Amazon.nl-Angebot nicht mehr nur für neue Produkte, sondern für den gesamten bestehenden Pan-EU-Bestand.
Was passiert, wenn mein Produkt kein aktives NL-Angebot hat?
Amazon prüft auf ASIN-Ebene. Fehlt das aktive Angebot, riskieren Sie für dieses Produkt den Verlust der Pan-EU-Vorteile, insbesondere den kostenlosen grenzüberschreitenden Versand.
Muss ich für Amazon.nl zusätzlich umsatzsteuerlich registriert sein?
Ja, ein aktives, verkaufsfähiges Angebot in den Niederlanden setzt in der Regel eine gültige niederländische Umsatzsteuer-Registrierung voraus.
Was bedeuten MRN und EORI in diesem Zusammenhang?
MRN ist die Movement Reference Number für Zollanmeldungen, EORI die Registrierungsnummer für Wirtschaftsbeteiligte. Nicht-EU-Verkäufer müssen beide bei neuen EU-Wareneingängen angeben.
Betrifft die neue Regel auch EU-ansässige Verkäufer?
Die MRN/EORI-Pflicht betrifft vor allem Nicht-EU-Verkäufer als Einführer. Die Pflicht zum aktiven NL-Angebot gilt dagegen für alle Pan-EU-FBA-Teilnehmer unabhängig vom Sitz.
Was kommt nach der Niederlande-Regel als Nächstes?
Ab dem 26. Februar 2027 führt Amazon eine vergleichbare Produktregistrierungspflicht für Belgien ein.
Wie hilft MarketplAIce, den Pan-EU-Status zu halten?
MarketplAIce überwacht Bestand, Preis und Angebotsstatus prädiktiv über mehrere Marktplätze hinweg und meldet kritische Abweichungen frühzeitig, bevor ein Angebot inaktiv wird.
Über den Autor
Dieser Beitrag wurde von Jorginho Engelmeyer verfasst, Gründer von MarketplAIce und seit über 8 Jahren im Amazon- und Marktplatz-Advertising aktiv. Mehr über seine Expertise erfahren Sie unter /expertise.