Amazon Nachschub & Bestandsplanung 2026
Amazon Bestandsplanung 2026: IPI-Score, Restock-Limits und Days-of-Supply richtig steuern, damit Sie nie ausverkauft sind und keine Lagergebühren verbrennen.

Die Kurzfassung: Gute Bestandsplanung 2026 heißt, die Balance zwischen Stockout und Überbestand zu halten. Amazon steuert Ihre Nachschub-Kapazität über drei Hebel: den Inventory Performance Index (IPI), Konto-weite Lagerlimits und ASIN-Level-Restock-Limits. Der IPI-Schwellenwert liegt laut mehreren Anbietern (Seller Labs, SellerApp) aktuell bei 400, darunter drohen Lagerbeschränkungen. Amazon deckelt die Kapazität 2026 auf rund fünf Monate prognostizierten Absatz statt früher sechs und wertet Bestände über 90 Tage Reichweite als Überbestand. Als Faustregel halten Sie 30 bis 60 Tage Reichweite je SKU. Ein Stockout ist doppelt teuer: verlorener Umsatz plus Ranking-Verlust, weil Amazons Algorithmus fehlende Verfügbarkeit als Unzuverlässigkeit wertet und Sie organisch abstuft.
Warum Bestandsplanung 2026 über den Gewinn entscheidet
Bestandsplanung war lange ein Nebenthema. 2026 ist sie ein direkter Gewinnhebel, weil Amazon die Regeln verschärft hat.
Laut Seller Labs treffen mehrere Änderungen zusammen: reduzierte Kapazitätslimits von fünf statt sechs Monaten, wieder aktivierte ASIN-Level-Restock-Limits und steigende Lagergebühren.
Das bedeutet: Wer schlecht plant, zahlt doppelt. Zu viel Bestand kostet Lagergebühren auf Ware, die liegen bleibt, zu wenig Bestand kostet Umsatz und Ranking.
Der Ranking-Effekt wird oft unterschätzt. Laut Branchenanalysen wertet Amazons Algorithmus einen Stockout als Signal, dass Ihr Produkt unzuverlässig ist, und stuft es organisch ab.
Die Erholung danach dauert. Nach einem Stockout brauchen Sie laut mehreren Anbietern zwei bis vier Wochen konstanter Verkäufe, um Ihr altes Ranking zurückzugewinnen.
Die drei Hebel, mit denen Amazon Ihren Nachschub steuert
Ihre Nachschub-Kapazität ist kein fixer Wert. Amazon errechnet sie aus drei Faktoren, die Sie kennen müssen.
1. Der IPI-Score. Der Inventory Performance Index ist eine Zahl zwischen 0 und 1.000, die misst, wie effizient Sie Ihren FBA-Bestand managen. Er fließt aus Überbestand, Sell-Through-Rate, gestrandetem Bestand und Verfügbarkeitsrate zusammen.
Amazon aktualisiert den IPI laut SellerApp wöchentlich über einen rollierenden 13-Wochen-Zeitraum. Ihre jüngsten Entscheidungen wirken also fortlaufend auf den Score.
2. Konto-weite Lagerlimits. Sie deckeln, wie viel Sie insgesamt einlagern dürfen, orientiert an Ihrem prognostizierten Absatz. Details dazu im Leitfaden zu FBA-Kapazität und Lagerlimit.
3. ASIN-Level-Restock-Limits. Seit Mitte 2025 wieder aktiv, begrenzen sie den Nachschub je einzelner SKU. Ein Bestseller kann so trotz freier Konto-Kapazität an ein eigenes Limit stoßen.
Fällt Ihr IPI unter den Schwellenwert von aktuell 400, drohen laut Seller Labs Lagerbeschränkungen und Restriktionen bei neuen Sendungen. Der IPI ist damit Ihr wichtigster Steuerungswert.
Days of Supply: die richtige Reichweite finden
Der zentrale Planungswert ist die Reichweite in Tagen, die Days of Supply. Sie sagt Ihnen, wie lange Ihr aktueller Bestand beim derzeitigen Absatz reicht.
Amazon wertet Bestände laut mehreren Anbietern als Überbestand, wenn sie mehr als 90 Tage Reichweite haben. Diese Ware belastet Ihren IPI und verursacht höhere Lagergebühren.
Am anderen Ende lauert der Stockout. Zu wenig Reichweite bedeutet Umsatzausfall und Ranking-Verlust.
Die praktische Faustregel lautet daher: 30 bis 60 Tage Reichweite je SKU. Genug Puffer gegen Nachschub-Verzögerungen, aber nicht so viel, dass Sie in den Überbestand rutschen.
Diese Spanne ist ein Startwert, kein Dogma. Produkte mit langer Lieferzeit brauchen mehr Puffer, schnelldrehende mit kurzer Nachschubkette weniger.
In 6 Schritten Ihre Bestandsplanung aufsetzen
Diese Reihenfolge bringt Struktur in eine Aufgabe, die viele Händler nur nach Bauchgefühl erledigen.
- IPI-Score prüfen. Kontrollieren Sie wöchentlich Ihren IPI und die vier Treiber Überbestand, Sell-Through, gestrandeter Bestand und Verfügbarkeit.
- Gestrandeten Bestand auflösen. Reaktivieren oder entfernen Sie Bestand ohne aktives Listing, denn er kostet Gebühren und drückt den IPI, ohne zu verkaufen.
- Reichweite je SKU berechnen. Ermitteln Sie die Days of Supply für jedes Produkt und markieren Sie alles unter 30 und über 90 Tagen.
- Nachschub priorisieren. Bestellen Sie zuerst für SKUs unter 30 Tagen Reichweite nach, gewichtet nach Umsatz und Marge.
- Überbestand abbauen. Räumen Sie Ware über 90 Tage Reichweite gezielt ab, etwa über Aktionen oder Preisanpassungen, bevor Langzeit-Lagergebühren greifen.
- Limits im Blick behalten. Prüfen Sie Konto- und ASIN-Level-Limits, bevor Sie große Sendungen planen, damit die Ware nicht am Eingang hängen bleibt.
Wenn Sie diesen Zyklus wöchentlich fahren, halten Sie IPI und Reichweite dauerhaft im grünen Bereich, statt von Stockouts und Gebühren überrascht zu werden.
Der teuerste Fehler: den Stockout unterschätzen
Viele Händler sehen einen Stockout nur als kurzfristigen Umsatzausfall. Das ist die halbe Rechnung.
Der Umsatzausfall ist sichtbar und schmerzt, aber er endet, wenn die Ware wieder da ist. Der Ranking-Schaden dagegen wirkt lange nach.
Amazons Algorithmus wertet fehlende Verfügbarkeit als Unzuverlässigkeit. Ihr Produkt rutscht organisch ab, und der teuer aufgebaute Rang ist weg.
Die Rückeroberung kostet dann zwei bis vier Wochen konstanter Verkäufe, oft gestützt durch zusätzliches Werbebudget. Ein Stockout ist damit fast immer teurer als ein moderater Überbestand.
Wie MarketplAIce Nachschub prädiktiv plant
Klassische Bestandsplanung ist reaktiv. Sie sehen, dass die Reichweite sinkt, und bestellen dann nach, oft zu spät, wenn die Nachschubkette lang ist.
MarketplAIce dreht das um. Die Bestandsprognose blickt nach vorn und meldet, welche SKUs bald unter die kritische Reichweite fallen, bevor es eng wird.
Der prädiktive Kern zeigt sich hier besonders. Statt nur den bisherigen Absatz fortzuschreiben, berücksichtigt das Modell steigende Nachfrage, Saison und Wettbewerb, sodass Sie rechtzeitig nachbestellen, bevor ein Peak Sie ausverkauft.
Gleichzeitig warnt die Plattform vor Überbestand und gestrandetem Bestand, die Ihren IPI drücken. So halten Sie beide Enden der Balance im Griff, ohne täglich Tabellen zu wälzen. Das greift direkt in Ihre Marge, weil weniger Kapital in totem Bestand liegt und weniger Umsatz durch Stockouts verloren geht.
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FAQ
Was ist der IPI-Score bei Amazon?
Der Inventory Performance Index ist eine Zahl zwischen 0 und 1.000, die misst, wie effizient Sie Ihren FBA-Bestand managen. Er speist sich aus Überbestand, Sell-Through-Rate, gestrandetem Bestand und Verfügbarkeitsrate und wird laut SellerApp wöchentlich über einen rollierenden 13-Wochen-Zeitraum aktualisiert.
Wie hoch muss mein IPI-Score sein?
Der Schwellenwert liegt laut Seller Labs aktuell bei 400, reduziert von früher 450. Fällt Ihr Score darunter, drohen Lagerbeschränkungen und Restriktionen bei neuen Sendungen. Halten Sie den IPI durch niedrigen Überbestand, wenig gestrandeten Bestand und hohe Verfügbarkeit über dieser Marke.
Wie viele Tage Reichweite sollte ich je SKU halten?
Als Faustregel 30 bis 60 Tage. Weniger erhöht das Stockout-Risiko, mehr als 90 Tage wertet Amazon als Überbestand, der Ihren IPI drückt und Lagergebühren verursacht. Produkte mit langer Lieferzeit brauchen mehr Puffer, schnelldrehende weniger.
Was hat sich 2026 an den Restock-Limits geändert?
Laut Seller Labs hat Amazon die Kapazität auf rund fünf Monate prognostizierten Absatz reduziert, statt früher sechs, und die ASIN-Level-Restock-Limits wieder aktiviert. Zudem passt Amazon die Kapazität heute teils wöchentlich an, um dynamischer auf die reale Nachfrage zu reagieren.
Warum ist ein Stockout so teuer?
Weil er doppelt kostet. Zum sichtbaren Umsatzausfall kommt ein Ranking-Schaden, denn Amazons Algorithmus wertet fehlende Verfügbarkeit als Unzuverlässigkeit und stuft Ihr Produkt organisch ab. Die Rückeroberung des Rankings dauert zwei bis vier Wochen konstanter Verkäufe.
Was ist gestrandeter Bestand?
Gestrandeter Bestand ist Ware im Amazon-Lager ohne aktives Listing, die Sie nicht verkaufen können, für die aber weiter Gebühren anfallen. Er drückt zusätzlich Ihren IPI. Lösen Sie ihn regelmäßig auf, indem Sie das Listing reaktivieren oder die Ware entfernen.
Wie hilft MarketplAIce bei der Bestandsplanung?
MarketplAIce prognostiziert, welche SKUs bald unter die kritische Reichweite fallen, und berücksichtigt dabei steigende Nachfrage, Saison und Wettbewerb statt nur den bisherigen Absatz. Gleichzeitig warnt die Plattform vor Überbestand und gestrandetem Bestand, sodass Sie beide Enden der Balance im Griff behalten.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Founder von MarketplAIce und seit über acht Jahren im Amazon-Advertising aktiv. Er hat erlebt, wie ein einziger Stockout im falschen Moment Wochen an aufgebautem Ranking kostet, und weiß, dass prädiktive Bestandsplanung heute genauso über den Gewinn entscheidet wie die Werbung selbst.