Amazon Global Selling 2026: Vom DE-Konto in die USA
Als deutscher Händler in die USA verkaufen: Global Selling, Remote Fulfillment vs. FBA US, Sales Tax, Zoll und Voraussetzungen 2026 verständlich erklärt.

Der US-Markt ist der größte Amazon-Marktplatz der Welt — und für deutsche Händler zugänglicher, als viele denken. Die Kurzfassung: Über Amazon Global Selling können Sie mit einem verknüpften US-Konto auf amazon.com verkaufen. Für den Versand haben Sie zwei Hauptwege. Entweder Sie lagern Ware in US-Fulfillment-Zentren ein (FBA USA) und liefern schnell, oder Sie nutzen Remote Fulfillment, um bestehende Bestände über Ländergrenzen sichtbar zu machen. Die entscheidenden Themen sind nicht der Verkauf selbst, sondern die US Sales Tax, der Zoll und die korrekte Kontoeinrichtung. Anders als in der EU gibt es in den USA keine bundesweite Umsatzsteuer, sondern einzelstaatliche Regeln mit sogenanntem Nexus. Wer diese Punkte sauber klärt, kann den US-Markt planbar erschließen.
Dieser Leitfaden zeigt die Versandwege, die Steuer- und Zollpflichten und wie MarketplAIce hilft, Preise und Sichtbarkeit im US-Markt vorausschauend zu steuern.
Der Einstieg: ein Konto, viele Marktplätze
Amazon Global Selling verbindet Ihr bestehendes Verkäuferkonto mit weiteren Marktplätzen. Amazon betreibt 2026 rund 19 Marktplätze weltweit, darunter die USA, und die meisten davon sind über das Programm erreichbar. Sie eröffnen also kein völlig getrenntes Geschäft, sondern erweitern Ihre Reichweite aus einer Struktur heraus.
Für die USA benötigen Sie ein Verkäuferkonto für amazon.com und müssen die geltenden Anforderungen erfüllen. Dazu gehören Angaben zur Identität, ein zahlungsfähiges Bankkonto, das US-Dollar empfangen kann, und die Klärung der steuerlichen Situation.
Der Aufwand liegt weniger im Anlegen des Kontos als in der Vorbereitung. Wer Versand, Steuer und Zoll vorab durchdenkt, vermeidet spätere Sperren und Nachzahlungen. Genau hier scheitern viele Einsteiger, nicht am Produkt.
Zwei Versandwege: FBA USA oder Remote Fulfillment
Beim Versand haben Sie grundsätzlich zwei Optionen. Der erste Weg ist klassisches FBA in den USA. Sie senden Ware — etwa über einen Amazon-Transportpartner aus Deutschland — in US-Fulfillment-Zentren, und Amazon übernimmt Lagerung, Versand und Retouren. Das ermöglicht schnelle Lieferzeiten und die volle Prime-Sichtbarkeit.
Der zweite Weg ist Remote Fulfillment. Dabei nutzt Amazon vorhandene Bestände in einem Land, um Ihre Angebote auf einem anderen Marktplatz sichtbar zu machen, ohne dass Sie dort separat einlagern. Das bekannteste Beispiel ist NARF (North American Remote Fulfillment): Ware aus US-Lagern wird auch auf amazon.ca und amazon.mx angeboten.
Die Wahl hängt von Ihrer Strategie ab. FBA USA ist stärker für den US-Kernmarkt, weil es Prime-Lieferzeiten und beste Sichtbarkeit bringt. Remote Fulfillment eignet sich, um angrenzende Märkte wie Kanada und Mexiko schlank mitzunehmen, sobald Sie US-Bestände haben. Wie sich FBA generell zur Eigenlösung verhält, zeigt der Vergleich FBA vs. FBM.
US Sales Tax: der wichtigste Unterschied zur EU
Der größte konzeptionelle Unterschied für deutsche Händler ist die Umsatzsteuer. In den USA gibt es keine bundesweite Sales Tax. Stattdessen erhebt jeder Bundesstaat eigene Regeln, und die Pflicht entsteht über den sogenannten Nexus.
Ein Nexus ist eine steuerliche Verbindung zu einem Bundesstaat. Sie entsteht am häufigsten dadurch, dass Ihre Ware in einem Amazon-Lager in diesem Staat liegt. Weil Amazon Bestände über mehrere Staaten verteilt, kann dadurch schnell in mehreren Staaten eine Pflicht entstehen. Auch Umsatzschwellen oder physische Präsenz können einen Nexus auslösen.
Wichtig ist: Deutsche Steuerabkommen mit den USA befreien Sie nicht von der einzelstaatlichen Sales Tax. Diese Bundesabkommen gelten nicht auf Ebene der Staaten. Weil die Regeln komplex sind, ist die Abstimmung mit einem auf US Sales Tax spezialisierten Berater dringend zu empfehlen, bevor Sie größere Bestände einlagern.
Zoll und Import in die USA
Neben der Steuer ist der Import das zweite operative Thema. Wenn Sie Ware aus Deutschland in US-Lager senden, führen Sie einen Import durch, der Zoll- und Einfuhrformalitäten auslöst. Dazu gehören eine korrekte Zolltarifierung Ihrer Produkte und die Klärung, wer als Importeur auftritt.
Für viele Händler ist der sogenannte Importer of Record ein zentraler Punkt. Amazon tritt in der Regel nicht als Ihr Importeur auf, sodass Sie eine passende Lösung für die Einfuhrabwicklung brauchen. Häufig übernimmt das ein spezialisierter Dienstleister oder eine US-Struktur.
Auch die Produktkonformität gehört hierher. US-Vorgaben zu Kennzeichnung, Sicherheit und bestimmten Produktkategorien können von den EU-Regeln abweichen. Diese Punkte sollten vor dem ersten Warenversand geklärt sein, nicht danach.
In 7 Schritten von Deutschland in die USA
So gehen Sie den US-Einstieg strukturiert an:
- Marktprüfung: Prüfen Sie Nachfrage, Wettbewerb und Margen für Ihr Produkt auf amazon.com, bevor Sie investieren.
- Konto einrichten: Legen Sie über Global Selling das US-Verkäuferkonto an und hinterlegen Sie ein Bankkonto, das US-Dollar empfangen kann.
- Steuer klären: Stimmen Sie sich mit einem US-Sales-Tax-Berater ab, um Nexus-Pflichten und Registrierungen zu bestimmen.
- Importweg festlegen: Klären Sie Zolltarifierung, Importer of Record und Produktkonformität für den US-Markt.
- Versandmodell wählen: Entscheiden Sie zwischen FBA USA für den Kernmarkt und Remote Fulfillment für angrenzende Länder.
- Listing lokalisieren: Übersetzen und optimieren Sie Ihre Listings für US-Käufer statt sie nur eins zu eins zu übertragen.
- Preise steuern: Lassen Sie MarketplAIce Preise und Gebote im US-Markt vorausschauend an Nachfrage und Wettbewerb anpassen.
Preise und Sichtbarkeit im US-Markt steuern
Der US-Markt ist kein kleineres Deutschland, sondern ein eigener Wettbewerb mit anderer Nachfrage, anderen Saisonspitzen und anderem Preisverhalten. Wer seine deutschen Preise und Gebote einfach überträgt, verschenkt Marge oder verliert die Buy Box.
Genau hier liegt der Wert vorausschauender Steuerung. MarketplAIce beobachtet die Nachfrage im US-Markt und passt Preise sowie Werbegebote fünf Tage im Voraus an, statt erst nach einem Umsatzeinbruch zu reagieren. Das ist entscheidend, weil US-Ereignisse wie eigene Rabatttage und Feiertage nach einem anderen Kalender laufen als in Deutschland.
Für Händler, die parallel in mehreren Ländern verkaufen, steuert die Plattform alle Marktplätze aus einer Oberfläche. So verwalten Sie den US-Markt nicht getrennt von Deutschland, sondern als Teil eines Systems. Das reduziert den operativen Aufwand deutlich, gerade in der heiklen Anfangsphase. Wie sich europaweiter Versand parallel steuern lässt, zeigt der Leitfaden zu Amazon Pan-EU.
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Häufige Fehler beim US-Einstieg
Der erste Fehler ist, die Sales Tax zu unterschätzen. Wer Ware einlagert, ohne die Nexus-Pflichten geklärt zu haben, riskiert Nachzahlungen in mehreren Bundesstaaten.
Der zweite Fehler ist, deutsche Listings unverändert zu übertragen. US-Käufer suchen mit anderen Begriffen und erwarten eine an den Markt angepasste Ansprache.
Der dritte Fehler ist, Preise und Gebote statisch aus Deutschland zu kopieren. Der US-Markt hat einen eigenen Nachfragerhythmus. MarketplAIce passt die Steuerung vorausschauend an diesen Rhythmus an.
FAQ
Kann ich als deutscher Händler ohne US-Firma auf amazon.com verkaufen?
Grundsätzlich ja. Über Global Selling verknüpfen Sie ein US-Verkäuferkonto und benötigen ein Bankkonto, das US-Dollar empfangen kann. Für Import und Steuer sind aber zusätzliche Strukturen oder Dienstleister oft nötig. Klären Sie das vor dem ersten Versand.
Was ist der Unterschied zwischen FBA USA und Remote Fulfillment?
Bei FBA USA lagern Sie Ware in US-Zentren ein und liefern mit Prime-Geschwindigkeit. Bei Remote Fulfillment, etwa NARF, nutzt Amazon vorhandene US-Bestände, um Ihre Angebote auch in Kanada und Mexiko sichtbar zu machen, ohne dort separat einzulagern.
Muss ich in den USA Umsatzsteuer zahlen?
Es gibt keine bundesweite Umsatzsteuer, sondern einzelstaatliche Sales Tax. Die Pflicht entsteht über den Nexus, meist dadurch, dass Ihre Ware in einem Amazon-Lager im jeweiligen Staat liegt. Deutsche Steuerabkommen befreien Sie davon nicht.
Was ist ein Sales-Tax-Nexus?
Ein Nexus ist eine steuerliche Verbindung zu einem US-Bundesstaat. Er entsteht am häufigsten durch die Lagerung von Ware in diesem Staat, aber auch durch Umsatzschwellen oder physische Präsenz. Ein Nexus kann in mehreren Staaten gleichzeitig bestehen.
Wer kümmert sich um den Import und Zoll?
In der Regel nicht Amazon. Sie brauchen eine Lösung für den Importer of Record, die korrekte Zolltarifierung und die Produktkonformität nach US-Vorgaben. Diese Punkte sollten vor dem ersten Warenversand geklärt sein, häufig über einen spezialisierten Dienstleister.
Sollte ich meine deutschen Listings einfach übersetzen?
Nein, eine reine Übersetzung reicht nicht. US-Käufer suchen mit anderen Keywords und haben andere Erwartungen. Lokalisieren Sie Titel, Bulletpoints und Bilder für den US-Markt, statt sie eins zu eins zu übertragen.
Wie steuere ich Preise für Deutschland und die USA zugleich?
Am besten aus einem System. MarketplAIce beobachtet die Nachfrage je Markt und passt Preise und Gebote vorausschauend an den jeweiligen Rhythmus an. So verwalten Sie den US-Markt nicht getrennt, sondern als Teil einer marktplatzübergreifenden Steuerung.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Gründer von MarketplAIce und hat über acht Jahre Erfahrung im Amazon- und Marktplatz-Advertising. Mit MarketplAIce baut er eine KI-Plattform, die Gebote, Listings und Preise über alle Marktplätze hinweg vorausschauend steuert. Mehr zu seiner Expertise: /expertise.
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