Amazon DVA+ 2026: Display, Video, Audio in einer Kampagne
Amazon DVA+ vereint Sponsored Display, Streaming TV und Audio in einem Buying-Flow. Was Sie jetzt über Rollout, Bidding und Budget wissen müssen.

Die Kurzfassung: Amazon hat auf der unBoxed-Konferenz am 29. September 2026 mit DVA+ eine neue, vereinheitlichte Buying-Oberfläche für Display, Video und Audio angekündigt. Die Funktion führt Sponsored Display, Sponsored TV und programmatische DSP-Kampagnen in einem einzigen Kampagnenfluss zusammen. Ab Ende Oktober 2026 wird die Oberfläche zunächst in den USA für Werbetreibende ausgerollt, ein Termin für Deutschland steht noch nicht fest.
Sie wählen entweder den vereinfachten Modus mit den Optimierungszielen Brand+ (Markenaufbau) und Performance+ (Abverkauf), oder Sie behalten über erweiterte Einstellungen volle Kontrolle über Targeting, Deals, Supply-Quellen, Frequency Caps und Gebotsstrategien. Für Sie als Händler oder Agentur bedeutet das vor allem eines: Budget und Gebote laufen künftig kanalübergreifend zusammen, statt in drei getrennten Oberflächen separat gesteuert zu werden.
Wer seine Gebote bisher nur für Sponsored Products reaktiv nachjustiert, verliert in diesem neuen Umfeld schnell den Überblick über die tatsächliche Kosten-Nutzen-Rechnung. MarketplAIce passt Gebote 5 Tage im Voraus prädiktiv an, statt nur reaktiv auf gestrige Daten zu reagieren — genau dieses Prinzip wird mit einer wachsenden Zahl gekoppelter Werbeformate noch relevanter.
Inhaltsverzeichnis
- Was DVA+ konkret ist
- Brand+ und Performance+: Wie die Bidding-Logik funktioniert
- Was sich für Ihr Budget und Ihre Gebotssteuerung ändert
- In 5 Schritten auf die neue Oberfläche vorbereiten
- Warum reaktives Bidding bei mehreren Kanälen nicht mehr reicht
- FAQ
- Über den Autor
Was DVA+ konkret ist
DVA+ steht für Display, Video, Audio und ist Amazons Antwort auf ein Problem, das viele Werbetreibende seit Jahren kennen. Sponsored Display, Sponsored TV und programmatische DSP-Kampagnen liefen bisher in getrennten Oberflächen mit getrennter Budgetlogik.
Amazon-Ads-Vizepräsidentin Kelly MacLean beschreibt den Ansatz auf der unBoxed-Konferenz als "bringing the power of programmatic advertising to all advertisers" und nennt das neue Format explizit "human-led, AI supported". Die Botschaft dahinter: KI übernimmt die Fleißarbeit bei der Ausspielung, Sie behalten die strategische Kontrolle über Ziel und Budget.
Praktisch heißt das: Eine Kampagne in der neuen Oberfläche kann gleichzeitig auf Streaming-TV, Online-Video, Display und Audio ausgespielt werden — sowohl auf Amazon-eigenen Flächen wie Fire TV, Amazon-Seiten und Twitch, als auch im offenen Internet über Amazons programmatisches Netzwerk. Sie legen Budget, Produkte und Creative einmal fest, die Plattform verteilt die Mittel automatisch über die Formate.
Für kleinere Händler ohne eigenes Programmatic-Team öffnet die neue Oberfläche eine Tür, die bisher Agenturen mit DSP-Erfahrung vorbehalten war. Für Agenturen und Enterprise-Advertiser ändert sich vor allem die Oberfläche — die erweiterten Einstellungen für manuelle Steuerung bleiben erhalten, nur eben gebündelt statt über drei separate Tools verteilt.
Wichtig für die Einordnung: Die neue Buying-Oberfläche ist nicht identisch mit den parallel angekündigten "Full-Funnel Campaigns", die Sponsored Ads, Display, Video und Streaming TV in einer Kampagne mit vollautomatischer KI-Steuerung bündeln. Die hier beschriebene Oberfläche ist eher die darunterliegende Buying-Infrastruktur — der Baukasten, auf dem auch andere neue Amazon-Ads-Formate aufsetzen. Wer sich mit der Demand-Side-Platform generell vertraut machen will, findet die Grundlagen dazu im Artikel zu Amazon DSP.
Zum Start ist die Funktion ausschließlich in den USA verfügbar. Eine konkrete Ankündigung für Deutschland oder die EU liegt bei Redaktionsschluss nicht vor. Amazon folgt bei neuen Ads-Produkten aber traditionell einem US-first-Rollout mit Nachzug für europäische Märkte innerhalb mehrerer Monate — planen Sie also mit einem Zeitfenster, nicht mit einem festen Stichtag.
Brand+ und Performance+: Wie die Bidding-Logik funktioniert
Die neue Oberfläche bringt zwei Optimierungsmodi mit, die die bisherige Gebotslogik bei Display- und Video-Kampagnen ersetzen sollen. Beide sind KI-gesteuert, zielen aber auf unterschiedliche Geschäftsziele ab.
Brand+ optimiert auf Markenaufbau. Die KI identifiziert Zielgruppen und steuert Gebote in Richtung aussagekräftiger Handlungen — Store-Besuche, Warenkorb-Zusätze, Markeninteraktionen. Das Ziel ist nicht der sofortige Verkauf, sondern der Aufbau einer Pipeline, die später über Sponsored Products konvertiert.
Performance+ zielt auf aktive, kaufbereite Shopper und optimiert direkt auf das von Ihnen gewählte Ergebnis — in der Regel Verkäufe oder ROAS. Das liegt näher an der klassischen Sponsored-Display-Logik, nur kanalübergreifend über Video und Audio erweitert.
Beide Modi laufen im vereinfachten Workflow vollautomatisch: Sie geben Budget, Zielgruppe und Creative vor, die Plattform verteilt die Gebote selbst. Wer lieber selbst steuert, aktiviert erweiterte Einstellungen mit manueller Kontrolle über Targeting, Deal-Aktivierung, Supply-Quellen, Frequency Caps und eigene Gebotsstrategien — der Modus richtet sich damit explizit an erfahrene Programmatic-Käufer, nicht nur an Einsteiger.
Die zentrale Verschiebung gegenüber dem bisherigen System: Gebote werden nicht mehr pro Kanal isoliert gesetzt, sondern Amazon bewertet jeden Impression-Request kanalübergreifend gegen das gewählte Optimierungsziel. Eine Fehleinschätzung bei der Zielwahl wirkt sich damit sofort auf mehrere Formate gleichzeitig aus — nicht mehr nur auf eine einzelne Kampagne wie bisher.
Wer bereits mit dynamischen Geboten bei Sponsored Products arbeitet, kennt das Grundprinzip aus dem Artikel zu Amazon Gebotsstrategien: automatische Anpassung an Echtzeit-Signale statt feste Gebote. Brand+ und Performance+ übertragen genau dieses Prinzip nun auch auf Display, Video und Audio — mit dem Unterschied, dass die Optimierung formatübergreifend statt pro Kanal erfolgt.
Was sich für Ihr Budget und Ihre Gebotssteuerung ändert
Drei praktische Konsequenzen sollten Sie jetzt schon einplanen, auch wenn der Rollout in Deutschland noch nicht terminiert ist.
Erstens: Budgets werden formatübergreifend gepoolt, wenn Sie den vereinfachten Modus wählen. Ein Euro, der in Streaming-TV-Awareness fließt, steht nicht mehr für Performance-Display zur Verfügung. Das ist kein neues Problem — Sie kennen die Abwägung bereits aus dem Nebeneinander von Sponsored Products und Sponsored Display — aber die neue Oberfläche verschärft es, weil nun ein dritter und vierter Kanal mitmischt.
Zweitens: Die Erfolgsmessung verschiebt sich. Wenn Brand+ auf Store-Besuche statt auf Verkäufe optimiert, brauchen Sie eine Reporting-Logik, die Markenwert und direkten Abverkauf getrennt bewertet. Wer nur auf ACoS schaut, wird eine gut laufende Brand+-Kampagne fälschlich als unprofitabel einstufen und vorzeitig abschalten.
Drittens: Wer den vereinfachten Modus nutzt, gibt einen Teil der granularen Kontrolle ab, die bei manuellem Bidding selbstverständlich war. Das lohnt sich für Teams ohne Programmatic-Expertise — kostet aber Transparenz darüber, warum ein Gebot wann wie hoch ausfällt. Für Agenturen mit mehreren Kundenkonten ist das ein Abwägungsthema, das Sie mit jedem Kunden einzeln klären sollten, bevor Sie auf den vereinfachten Modus umstellen.
Viertens, und das wird in der ersten Begeisterung über die neue Oberfläche oft übersehen: Ein kanalübergreifendes Budget-Pooling erhöht auch das Risiko, dass ein einzelner Fehler in der Zielsetzung sich über mehrere Formate gleichzeitig ausbreitet. Je mehr Formate in einer gemeinsamen Logik laufen, desto wichtiger wird eine Kontrollinstanz, die Abweichungen früh erkennt, statt sie erst im wöchentlichen Report zu bemerken.
In 5 Schritten auf die neue Oberfläche vorbereiten
- Bestandsaufnahme machen. Prüfen Sie, welche Sponsored-Display-, Sponsored-TV- und DSP-Kampagnen aktuell parallel laufen und wie die Budgets heute verteilt sind.
- Zielgruppen-Mapping aktualisieren. Legen Sie fest, welche Zielgruppen für Brand+ (Markenaufbau) und welche für Performance+ (Abverkauf) relevant sind — eine Vermischung verwässert beide Ziele.
- Reporting-Trennung vorbereiten. Richten Sie getrennte KPI-Dashboards für Awareness-Kampagnen und Performance-Kampagnen ein, bevor der erste Testlauf startet.
- Testbudget reservieren. Planen Sie ein kleines, abgegrenztes Budget für den Start ein, statt sofort das gesamte Display-Budget umzustellen.
- Automatisierung vorab testen. Nutzen Sie die Zeit bis zum Rollout, um Ihre bestehende Gebotssteuerung bei Sponsored Products zu schärfen — die Logik hinter dem neuen Format baut auf denselben Prinzipien automatischer Optimierung auf, die Sie heute schon bei PPC einsetzen können.
Warum reaktives Bidding bei mehreren Kanälen nicht mehr reicht
Je mehr Kanäle in einer gemeinsamen Budgetlogik zusammenlaufen, desto teurer wird eine Reaktion, die erst nach dem Blick auf gestrige Daten erfolgt. Bei einer isolierten Sponsored-Products-Kampagne kostet ein verspätetes Gegensteuern ein paar Stunden erhöhten ACoS. Bei einem gepoolten Setup verschiebt eine falsch kalibrierte Brand+-Kampagne sofort das verfügbare Budget für Performance+ — und umgekehrt, oft bevor Sie es im Dashboard überhaupt sehen.
Genau hier setzt prädiktive Steuerung an, statt nur auf bereits eingetretene Abweichungen zu reagieren. MarketplAIce passt Gebote 5 Tage im Voraus prädiktiv an, statt nur reaktiv auf gestrige Daten zu reagieren, und überträgt dieses Prinzip auch auf die Frage, wie viel Budget zwischen Kampagnentypen sinnvoll verteilt ist, bevor eine Verschiebung überhaupt auffällt.
Für Händler, die eine solche kanalübergreifende Buying-Oberfläche parallel zu ihrem bestehenden Sponsored-Products-Geschäft nutzen wollen, heißt das konkret: Die tägliche Gebotspflege darf nicht isoliert vom Display-, Video- und Audio-Budget betrachtet werden. MarketplAIce bildet genau diese Verzahnung ab — prädiktive Gebotsanpassung, die Lagerbestand, Marge und Werbekanal gemeinsam berücksichtigt, statt jede Oberfläche einzeln zu optimieren.
Der Unterschied zwischen reaktiver und prädiktiver Steuerung zeigt sich am deutlichsten bei Lagerengpässen. Reaktive Systeme senken Gebote erst, wenn der Bestand bereits knapp ist und die Kampagne längst Geld für Klicks ausgegeben hat, die nicht mehr zu Verkäufen führen können. MarketplAIce erkennt den Engpass im Vorfeld und senkt das Gebot, bevor das Budget verbrannt wird — ein Prinzip, das sich eins zu eins auf ein kanalübergreifendes Setup wie DVA+ übertragen lässt, sobald es hierzulande verfügbar ist.
Wer sich fragt, ob sich eine solche vorausschauende Automatisierung lohnt, sollte die Frage nicht erst stellen, wenn die neue Oberfläche in Deutschland live geht. Die Grundlagen — saubere Zielgruppen-Trennung, getrenntes Reporting, vorausschauende Budgetsteuerung — zahlen sich schon heute bei Sponsored Products und Sponsored Display aus und sind genau die Basis, auf der das neue Format später aufbaut.
Testen Sie, wie prädiktive Gebotsoptimierung in Ihrem Konto funktioniert, unter app.marketplaice.io/registrieren. Welcher Tarif zu Ihrer Kontogröße passt, sehen Sie unter /de/preise.
FAQ
Was ist Amazon DVA+ genau?
DVA+ steht für Display, Video, Audio und ist eine vereinheitlichte Buying-Oberfläche von Amazon Ads, die Sponsored Display, Sponsored TV und programmatische DSP-Kampagnen in einem Kampagnenfluss zusammenführt. Werbetreibende legen Budget, Zielgruppe und Creative einmal fest, Amazon verteilt die Ausspielung automatisch über die Formate.
Wann startet DVA+ für deutsche Advertiser?
Amazon kündigte die Funktion am 29. September 2026 auf der unBoxed-Konferenz an, der Rollout beginnt Ende Oktober 2026 zunächst in den USA. Ein konkretes Datum für Deutschland oder die EU wurde bislang nicht genannt, Amazon folgt bei neuen Ads-Produkten aber meist einem gestaffelten internationalen Rollout über mehrere Monate.
Was ist der Unterschied zwischen Brand+ und Performance+?
Brand+ optimiert mit KI-Unterstützung auf Markenaufbau und aussagekräftige Handlungen wie Store-Besuche oder Warenkorb-Zusätze. Performance+ richtet sich an kaufbereite Shopper und optimiert direkt auf ein gewähltes Ergebnis wie Verkäufe oder ROAS.
Ersetzt die neue Oberfläche meine bisherigen Sponsored-Display-Kampagnen?
Nein, Sponsored Display wird in die neue Oberfläche integriert, nicht abgeschafft. Bestehende Kampagnenlogik bleibt über die erweiterten Einstellungen erreichbar, der vereinfachte Modus bündelt sie lediglich mit Video- und Audio-Formaten in einer gemeinsamen Ansicht.
Kann ich die Kampagnen auch manuell steuern statt der KI-Automatisierung zu überlassen?
Ja, über die erweiterten Einstellungen behalten erfahrene Programmatic-Käufer volle Kontrolle über Targeting, Deal-Aktivierung, Supply-Quellen, Frequency Caps und eigene Gebotsstrategien. Der vereinfachte Modus ist optional und richtet sich vor allem an Werbetreibende ohne eigenes DSP-Team.
Wie unterscheidet sich DVA+ von Full-Funnel Campaigns?
Full-Funnel Campaigns ist ein eigenes, parallel angekündigtes Kampagnenformat, das Sponsored Ads, Display, Video und Streaming TV mit vollautomatischer KI-Steuerung bündelt. DVA+ ist eher die darunterliegende Buying-Infrastruktur für Display, Video und Audio, auf der auch andere neue Formate aufsetzen können.
Beeinflusst DVA+ mein Amazon-Suchranking?
Nein, die neue Oberfläche betrifft Display-, Video- und Audio-Werbeformate außerhalb der Sponsored-Products-Suchplatzierung. Ein indirekter Effekt ist denkbar, wenn Budget aus Sponsored Products in die neuen Formate abfließt und dadurch die Sichtbarkeit in der Suche sinkt — das sollten Sie bei der Budgetplanung berücksichtigen.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Founder von MarketplAIce und seit über 8 Jahren im Amazon-Advertising-Bereich tätig. Mehr zu seiner Expertise unter marketplaice.io/expertise.