Amazon Business Reports 2026: Neue Käufer-Filter & tägliche Versandleistung-Updates
Amazon hat am 24.07.2026 neue Reporting-Tools ausgerollt: Käufer-Filter in Business Reports und tägliche Versandleistung-Updates. So nutzen Sie die Neuerungen.

Am 24.07.2026 hat Amazon die Business Reports im Sales Dashboard um zwei zentrale Funktionen erweitert: einen neuen Filter, der Business- von Nicht-Business-Käufern trennt, und tägliche statt wöchentliche Aktualisierungen bei "Shipping Performance". Ergänzt wird das Update durch neue, rollenbasierte Ansichten für Produkte, Sendungen und Bestand, bei denen Sie selbst festlegen können, welche Datenpunkte angezeigt werden. Beide Neuerungen sind Teil des großen Seller-Central-Rollouts, der bis August 2026 vollständig ausgerollt sein soll und sechs neue Arbeitsbereiche plus ein zentrales Action Center bringt. Für Sie als Händler bedeutet das vor allem: schnellere Reaktionszeit bei Versandproblemen und präzisere Aussagen darüber, wie stark Ihr B2B-Geschäft tatsächlich zum Umsatz beiträgt. Wer diese Daten nicht nur liest, sondern täglich in Preis- und Gebotsentscheidungen einfließen lässt, verschafft sich einen klaren Vorsprung — genau hier setzt MarketplAIce an.
Hintergrund: Der Seller-Central-Umbau 2026
Amazon baut Seller Central seit Anfang 2026 grundlegend um. Statt der klassischen Top-Navigation mit Dutzenden Untermenüs gibt es künftig sechs klar abgegrenzte Workspaces: Mein Geschäft, Produkte, Supply Chain, Bestellungen, Finanzen und Marketing. Dazu kommt ein persistentes Action Center, das offene Aufgaben, Warnungen und Handlungsempfehlungen bündelt, sowie ein personalisiertes KPI-Dashboard auf der Startseite. Der Vollrollout soll bis Ende August 2026 für alle Verkäufer weltweit abgeschlossen sein.
Die Reporting-Neuerungen vom 24.07.2026 sind ein Baustein dieses Umbaus, aber kein reines Oberflächen-Update. Amazon hat die zugrunde liegende Datenlogik verändert: Business Reports lassen sich jetzt danach filtern, ob ein Kauf von einem verifizierten Business-Käufer (Amazon Business Kunde) oder einem privaten Kunden stammt. Bislang mussten Händler diese Trennung mühsam über separate Amazon-Business-Reports oder Exportauswertungen selbst herstellen. Wenn Sie bereits mit unserem Grundlagenartikel zu den Amazon Business Reports und Datenanalyse in Seller Central vertraut sind, ergänzt dieser Beitrag gezielt die neuen Funktionen ab dem 24.07.2026 — er ersetzt die dortige Gesamtübersicht nicht.
Zusätzlich wurden die Produkt-, Sendungs- und Bestandsseiten überarbeitet: Sie können jetzt anpassen, welche Spalten und Kennzahlen angezeigt werden, und diese Ansicht als Standard für Ihre Rolle speichern — praktisch, wenn unterschiedliche Teammitglieder (Einkauf, PPC, Buchhaltung) unterschiedliche Prioritäten haben.
Die neuen Funktionen im Detail
Käufer-Filter in den Business Reports
Der neue Filter im Sales Dashboard trennt Bestellungen nach Käufertyp. Sie sehen auf einen Blick, welcher Anteil Ihres Umsatzes von Amazon-Business-Kunden stammt — also Gewerbekunden, die häufig größere Mengen, andere Zahlungsziele und teils andere Preiserwartungen haben. Das ist relevant, weil B2B-Käufer oft über Mengenrabatte, Business-Preise oder Ausschreibungen kaufen und damit andere Margen- und Lagerlogiken auslösen als Privatkunden.
Praktisch heißt das: Wenn Sie bislang Ihre gesamte Preis- und Gebotsstrategie auf einen Durchschnittskäufer ausgerichtet haben, können Sie jetzt gezielt prüfen, ob sich B2B-lastige ASINs anders verhalten — etwa bei Wiederkaufsraten oder Bestellgrößen. Wer im B2B-Geschäft aktiv ist, sollte diesen Filter mit den Amazon Business B2B Funktionen kombiniert auswerten, um Mengenstaffeln und Sonderpreise richtig zu kalibrieren.
Tägliche Versandleistung-Updates
"Shipping Performance" zeigt nun tägliche statt wöchentliche Statusaktualisierungen. Konkret betroffen sind Kennzahlen wie verspätete Sendungen, Stornierungsrate und Bearbeitungszeit — Werte, die direkt in den Account Health Score einfließen. Bislang mussten Sie teils mehrere Tage warten, bis sich ein Problem (etwa ein Lieferengpass bei einem Spediteur) überhaupt in den Reports zeigte. Mit täglichen Updates lässt sich viel früher gegensteuern, bevor sich ein einzelner Ausreißer zu einem Kontozustand-Problem auswächst.
Für FBM-Händler ist das besonders wertvoll, weil die On-Time-Delivery-Rate ein sensibler Hebel für die Buy Box ist. Wer hier täglich statt wöchentlich Signale bekommt, kann schneller auf einzelne Spediteure, Regionen oder Produktkategorien reagieren.
Auch für FBA-Verkäufer ist die tägliche Aktualisierung relevant, auch wenn Amazon hier den Versand selbst übernimmt. Verzögerungen in der Anlieferung an Amazon-Lager, etwa bei Inbound-Sendungen, wirken sich indirekt auf Bestandsverfügbarkeit und damit auf Rankings aus. Wer die Versandleistung-Daten mit den Bestandsdaten in den neuen personalisierten Ansichten kombiniert, erkennt Engpässe deutlich früher als bei einer wöchentlichen Momentaufnahme. Gerade in der Hochlastzeit vor saisonalen Peaks kann ein Tag Vorsprung bereits über verpasste Verkäufe entscheiden.
Personalisierte Ansichten für Produkte, Sendungen und Bestand
Die dritte Neuerung betrifft die operativen Seiten selbst: Sie können jetzt festlegen, welche Datenpunkte pro Seite sichtbar sind, und diese Ansicht rollenbasiert speichern. Ein Lageristen-Account sieht damit andere Standardspalten als ein PPC-Verantwortlicher — ohne dass jede Person die Ansicht manuell neu konfigurieren muss.
Amazon-spezifische Prüfung: Was Sie jetzt wirklich tun sollten
Die neuen Reports sind nur so wertvoll, wie sie in tatsächliche Entscheidungen münden. Drei Punkte, die Sie in den ersten Wochen nach dem Rollout prüfen sollten:
Erstens: Vergleichen Sie den B2B-Anteil pro Kategorie. Bei manchen Produktgruppen (Werkzeug, Büromaterial, Verpackung) ist der Business-Käufer-Anteil oft überraschend hoch — hier lohnt sich eine gezielte Business-Preisstrategie.
Zweitens: Beobachten Sie die tägliche Versandleistung mindestens zwei Wochen lang, bevor Sie größere Schlüsse ziehen. Tageswerte schwanken stärker als Wochenwerte, gerade bei kleineren Sendungsvolumen — ein einzelner schlechter Tag ist kein Trend.
Drittens: Richten Sie die personalisierten Ansichten so ein, dass Warnsignale (verspätete Sendungen, Bestandsengpässe, Preisabweichungen) nicht in einer Flut von Standardspalten untergehen. Genau hier liegt das Problem klassischer reaktiver Tools: Sie zeigen an, was bereits passiert ist. MarketplAIce geht einen Schritt weiter und arbeitet prädiktiv — das System berechnet auf Basis von 15 Dimensionen bis zu 5 Tage im Voraus, wie sich Gebote, Preise und Lagerbestand entwickeln werden, statt nur die Vergangenheit abzubilden. Für die tägliche Versandleistung heißt das: Statt erst zu reagieren, wenn der Wert bereits gefallen ist, erkennt eine vorausschauende Analyse Muster, die auf ein Problem hindeuten, bevor es sich im Report zeigt.
In 6 Schritten zu den neuen Business Reports & Versandleistung-Updates
- Öffnen Sie im neuen Seller Central den Workspace "Finanzen" bzw. das Sales Dashboard und prüfen Sie, ob der Käufer-Filter für Ihr Konto bereits sichtbar ist — der Rollout erfolgt phasenweise bis August 2026.
- Filtern Sie die Business Reports einmal nach Business- und einmal nach Nicht-Business-Käufern und exportieren Sie beide Ansichten für einen ersten Kategorievergleich.
- Rufen Sie "Shipping Performance" täglich statt wöchentlich auf und notieren Sie sich für zwei Wochen die wichtigsten Kennzahlen, um eine Baseline zu bilden.
- Passen Sie auf den Produkt-, Sendungs- und Bestandsseiten die Spaltenauswahl an Ihre tägliche Arbeitsroutine an und speichern Sie die Ansicht als Standard.
- Vergeben Sie unterschiedliche gespeicherte Ansichten für unterschiedliche Rollen in Ihrem Team, etwa Einkauf, Werbung und Versand.
- Verknüpfen Sie die neuen täglichen Versandsignale mit Ihrer Preis- und Gebotssteuerung — idealerweise über ein Tool, das die Daten automatisch auswertet, statt sie manuell zu prüfen.
FAQ
Was hat sich am 24.07.2026 in Seller Central konkret geändert?
Amazon hat neue Tools für Produkte, Sendungen und Bestand ausgerollt, mit anpassbaren Datenpunkten und rollenbasierten Ansichten. Parallel wurde ein neuer Käufer-Filter in den Business Reports eingeführt und "Shipping Performance" auf tägliche Aktualisierung umgestellt.
Ist der neue Käufer-Filter für alle Händler verfügbar?
Der Filter wird phasenweise ausgerollt, im Rahmen des größeren Seller-Central-Redesigns, das laut Amazon bis August 2026 für alle Verkäufer weltweit zur Standardoberfläche werden soll. Wenn Sie ihn noch nicht sehen, lohnt sich ein Blick in den nächsten Wochen erneut.
Was bedeutet der Käufer-Filter für meine Preisstrategie?
Sie können jetzt genauer sehen, welcher Umsatzanteil von Amazon-Business-Kunden stammt. Das ist eine gute Grundlage, um Mengenstaffeln, Business-Preise oder gezielte B2B-Angebote zu kalibrieren, statt mit einer pauschalen Preislogik für alle Käufertypen zu arbeiten.
Wie wirkt sich die tägliche Versandleistung-Aktualisierung auf den Account Health Score aus?
Die zugrunde liegenden Kennzahlen (verspätete Sendungen, Stornierungsrate, Bearbeitungszeit) sind dieselben wie vorher — sie werden nur schneller sichtbar. Das gibt Ihnen mehr Zeit, gegenzusteuern, bevor sich ein Problem im Kontozustand niederschlägt.
Ersetzen die neuen Reports die klassischen Business Reports komplett?
Nein. Es handelt sich um zusätzliche Filter- und Aktualisierungsfunktionen innerhalb der bestehenden Business Reports, nicht um einen komplett neuen Report-Typ. Die grundlegende Struktur aus Sessions, Seitenaufrufen, Umsatz und Conversion bleibt unverändert.
Muss ich meine bestehenden Auswertungsprozesse jetzt umstellen?
Nicht zwingend, aber es lohnt sich. Wenn Sie bislang manuell zwischen B2B- und B2C-Daten unterschieden haben, können Sie diesen Schritt jetzt einsparen. Bei der Versandleistung empfiehlt sich, tägliche statt wöchentliche Kontrollpunkte in die Routine einzubauen.
Wie kann ich die neuen Daten automatisiert statt manuell auswerten?
Reine Reporting-Tools zeigen nur an, was bereits passiert ist. MarketplAIce verbindet sich direkt mit Ihrem Seller-Central-Konto, wertet Business Reports und Versandleistung fortlaufend aus und leitet daraus vorausschauende Preis-, Gebots- und Lagerempfehlungen ab — bis zu 5 Tage im Voraus statt rein reaktiv.
Wie MarketplAIce die neuen Reporting-Daten nutzt
Mehr Daten bedeuten nicht automatisch mehr Klarheit — sie bedeuten oft mehr Zeitaufwand. Genau hier unterscheidet sich MarketplAIce von klassischen Dashboard-Tools: Statt Ihnen weitere Tabellen zum manuellen Durchsehen zu liefern, verarbeitet die Plattform die neuen täglichen Versandleistung-Daten und den Käufer-Filter automatisch und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Preis, Gebote und Listing ab. Anders als reaktive Tools wie Helium10 oder Perpetua, die auf bereits eingetretene Veränderungen reagieren, rechnet MarketplAIce mit 15 Dimensionen bis zu 5 Tage voraus — also bevor sich ein Versandproblem oder eine Nachfrageverschiebung überhaupt im klassischen Report zeigt. Wenn Sie sehen möchten, wie sich das auf Ihr eigenes Konto anwenden lässt, können Sie sich unter https://app.marketplaice.io/registrieren registrieren und die Datenanbindung direkt testen. Einen Überblick über die passenden Tarife für Ihre Kontogröße finden Sie unter /de/preise.
Für den technischen Gesamtkontext des Seller-Central-Umbaus lohnt sich ergänzend ein Blick in unsere Artikel zur neuen Seller-Central-Oberfläche 2026, zu den Grundlagen der Business Reports und Datenanalyse sowie zum neuen Action Center in Seller Central. Wer stärker im B2B-Segment verkauft, sollte den neuen Käufer-Filter außerdem mit den grundsätzlichen Anforderungen an Amazon Business und B2B-Verkauf abgleichen, etwa bei Mengenpreisen und Ausschreibungen.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Gründer von MarketplAIce, einer KI-Plattform für Amazon-Agenturen und -Händler mit prädiktiver Gebotsoptimierung, Listing-Optimierung und Repricing. Mehr über ihn und sein Team finden Sie unter /expertise.