Amazon Alterungsgebühr 2026: Aged-Inventory-Zuschlag senken
Amazon Alterungsgebühr 2026: Ab wann der Aged-Inventory-Zuschlag greift, wie die Staffel funktioniert und mit welchen Hebeln Sie überalterten FBA-Bestand vermeiden.

Die Kurzfassung: Die Amazon Alterungsgebühr (Aged Inventory Surcharge) ist ein Zuschlag, den Amazon zusätzlich zur normalen monatlichen Lagergebühr erhebt, sobald FBA-Ware zu lange im Logistikzentrum liegt. 2026 greift dieser Zuschlag bereits ab 181 Tagen Lagerdauer und steigt in Stufen an, je länger eine Einheit unverkauft bleibt. Berechnet wird immer der höhere Wert aus einem Betrag pro Kubikfuß oder pro Einheit. Neu ist eine zusätzliche Staffel für besonders alten Bestand jenseits von rund 15 Monaten, die Amazon zum 16. Januar 2026 eingeführt hat. Wer seinen Lagerbestand aktiv steuert, Ladenhüter früh erkennt und Nachschub am realen Absatz ausrichtet, vermeidet den Zuschlag fast vollständig. MarketplAIce prognostiziert den Abverkauf, bevor Bestand überaltert, und warnt frühzeitig vor drohenden Alterungsgebühren.
Was die Alterungsgebühr ist und ab wann sie greift
Die Alterungsgebühr ist keine Strafe, sondern ein Lenkungsinstrument. Amazon möchte, dass seine Lagerfläche schnell drehende Ware enthält und nicht monatelang liegende Bestände. Deshalb wird jede Einheit nach Lagerdauer bewertet.
Bis vor Kurzem setzte der Zuschlag erst nach 271 oder sogar 365 Tagen ein. 2026 gilt: Bereits ab einer Lagerdauer von 181 Tagen fällt der erste Zuschlag an. Ältere Blogbeiträge, die noch von 271 Tagen sprechen, sind überholt.
Der Zuschlag ist gestaffelt. Bestand zwischen 181 und 270 Tagen fällt in die niedrigste Stufe, Bestand zwischen 271 und 365 Tagen in eine höhere. Für Ware, die noch länger liegt, greifen weitere, teurere Stufen.
Zum 16. Januar 2026 hat Amazon zusätzlich eine neue Stufe für sehr alten Bestand jenseits von rund 15 Monaten (etwa 456 Tage) ergänzt. Sie bildet die teuerste Kategorie ab und trifft Artikel, die faktisch zu Ladenhütern geworden sind.
Wie sich der Zuschlag berechnet
Die Alterungsgebühr kommt on top: Sie wird zusätzlich zur regulären monatlichen Lagergebühr fällig, nicht anstelle. Ein überalterter Artikel kostet Sie also doppelt.
Amazon berechnet den Zuschlag als den jeweils höheren Wert aus zwei Größen: einem Betrag pro Kubikfuß Volumen oder einem Betrag pro Einheit. Bei großen, sperrigen Artikeln schlägt meist der Volumenwert durch, bei kleinen, kompakten Artikeln der Wert pro Einheit.
Genau hier liegt der Hebel: Ein sperriger Ladenhüter frisst überproportional Marge, weil er sowohl bei der regulären Lagergebühr als auch bei der Alterungsgebühr über das Volumen abgerechnet wird. Sperrige Langsamdreher gehören deshalb als Erstes auf den Prüfstand.
MarketplAIce betrachtet nicht nur den aktuellen Bestand, sondern die prognostizierte Abverkaufsgeschwindigkeit. So sehen Sie Wochen im Voraus, welche ASINs die 181-Tage-Schwelle reißen werden, und können gegensteuern, bevor der Zuschlag überhaupt entsteht.
Warum überalterter Bestand doppelt weh tut
Überalterter Bestand bindet nicht nur Kapital, er verursacht auch laufende Kosten. Jeder Monat im Lager schmälert die Marge, und mit jeder Alterungsstufe wird es teurer.
Dazu kommt der Verdrängungseffekt: Ladenhüter belegen Lagerkapazität, die Ihnen für schnell drehende Ware fehlt. Gerade vor dem Q4-Peak, wenn Kapazität knapp und wertvoll ist, sind überalterte Bestände ein doppeltes Ärgernis.
Wer Bestand zu spät bereinigt, landet oft in der teuersten Variante: Entsorgungs- oder Rücksendegebühren fallen an, und der Restwert der Ware ist längst verfallen. Frühzeitiges Steuern ist deshalb fast immer günstiger als spätes Aufräumen.
In 6 Schritten die Alterungsgebühr vermeiden
Mit einem klaren Prozess halten Sie überalterten Bestand dauerhaft niedrig. Diese sechs Schritte haben sich in der Praxis bewährt.
- Bestandsalter transparent machen. Ziehen Sie regelmäßig den Bericht zum Bestandsalter und markieren Sie alle ASINs, die sich der 181-Tage-Schwelle nähern.
- Langsamdreher früh identifizieren. Prüfen Sie Reichweite und Absatzgeschwindigkeit, nicht nur die absolute Menge. Ein kleiner, aber sehr langsam drehender Artikel ist gefährlicher als ein großer Schnelldreher.
- Sperrige Artikel priorisieren. Beginnen Sie beim Aufräumen mit voluminöser Ware, weil der Zuschlag dort über das Volumen am stärksten zuschlägt.
- Preis- und Werbehebel ziehen. Senken Sie gezielt den Preis, schalten Sie eine Aktion oder erhöhen Sie kurzfristig das Werbebudget, um Restbestand vor der nächsten Stufe abzuverkaufen.
- Nachschub am Forecast ausrichten. Bestellen Sie nicht auf Verdacht nach, sondern anhand der prognostizierten Nachfrage, damit gar kein Überbestand entsteht.
- Rechtzeitig entfernen oder umlagern. Wenn Abverkauf nicht mehr realistisch ist, veranlassen Sie die Rücksendung oder Entsorgung, bevor die teuerste Stufe greift.
Wie MarketplAIce Alterungsgebühren prädiktiv verhindert
Der klassische Ansatz ist reaktiv: Man sieht die Gebühr auf der Abrechnung und ärgert sich. MarketplAIce dreht das um und arbeitet prädiktiv, also fünf Tage vorausschauend statt rückblickend.
Die Plattform prognostiziert für jede ASIN den erwarteten Abverkauf und gleicht ihn mit der Lagerdauer ab. Droht eine Einheit, die nächste Alterungsstufe zu erreichen, bevor sie verkauft ist, schlägt das System Alarm und schlägt Maßnahmen vor.
So verschiebt sich die Steuerung von der Schadensbegrenzung zur Vorbeugung. Sie senken nicht nur die Alterungsgebühr, sondern optimieren zugleich Kapitalbindung und Lagerkapazität. Wer seine Lagergebühren grundsätzlich senken will, findet ergänzende Hebel im Beitrag zu den Amazon FBA Gebühren 2026 und den Amazon Lagergebühren senken 2026.
Testen Sie die prädiktive Bestandssteuerung direkt: Jetzt kostenlos MarketplAIce testen. Alle Tarife im Überblick finden Sie auf der Preise-Seite.
FAQ
Ab wann fällt die Amazon Alterungsgebühr 2026 an?
Der Zuschlag greift 2026 bereits ab einer Lagerdauer von 181 Tagen im Amazon-Logistikzentrum. Er steigt danach in Stufen an, je länger die Ware unverkauft liegt.
Kommt die Alterungsgebühr zusätzlich zur normalen Lagergebühr?
Ja. Die Alterungsgebühr wird zusätzlich zur regulären monatlichen Lagergebühr erhoben, nicht anstelle. Überalterter Bestand kostet Sie deshalb doppelt.
Wie wird der Zuschlag berechnet?
Amazon berechnet den jeweils höheren Wert aus einem Betrag pro Kubikfuß oder pro Einheit. Bei sperrigen Artikeln schlägt meist der Volumenwert durch, bei kleinen Artikeln der Wert pro Einheit.
Was hat sich zum 16. Januar 2026 geändert?
Amazon hat eine zusätzliche Staffel für sehr alten Bestand jenseits von rund 15 Monaten ergänzt. Sie bildet die teuerste Kategorie und trifft ausgesprochene Ladenhüter.
Welche Artikel sind am stärksten betroffen?
Sperrige, voluminöse Langsamdreher, weil der Zuschlag dort über das Volumen abgerechnet wird und zusätzlich Lagerkapazität blockiert. Diese Artikel sollten Sie zuerst bereinigen.
Wie werde ich überalterten Bestand am besten los?
Ziehen Sie zuerst Preis- und Werbehebel, um Restbestand abzuverkaufen. Ist das nicht mehr realistisch, veranlassen Sie Rücksendung oder Entsorgung, bevor die nächste, teurere Stufe greift.
Wie hilft MarketplAIce dabei?
MarketplAIce prognostiziert den Abverkauf je ASIN und warnt, bevor eine Einheit die nächste Alterungsstufe erreicht. So verhindern Sie den Zuschlag vorbeugend statt ihn nur festzustellen.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Gründer von MarketplAIce und seit über acht Jahren im Amazon-Advertising und -Controlling aktiv. Er hat zahlreiche Händler und Agenturen dabei begleitet, Lagerkosten zu senken und Bestände profitabel zu steuern. Mehr zu seiner Expertise: /expertise.